Stoli Group USA setzt auf Insolvenzverfahren zur Restrukturierung
Mit einer bemerkenswerten Wendung hat die Stoli Group USA, bekannt durch ihre weltberühmten Wodkamarken, beim U.S. Federal Bankruptcy Court im Northern District of Texas ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 beantragt. Ursache hierfür sind ein deutlicher Nachfragerückgang im Bereich der Spirituosenbranche in den Jahren 2023 und 2024 sowie steigende Preise, die das Unternehmen in einer Erklärung als maßgebliche Gründe für den Antrag angab.
In einer freiwilligen Petition schätzte Stoli Group USA ihre Vermögenswerte auf einen Wert zwischen 100 und 500 Millionen US-Dollar, während die Schulden auf 50 bis 100 Millionen US-Dollar beziffert wurden. Zusammen mit dem Bourbon-Distributor Kentucky Oak plant das Unternehmen einen gemeinsamen Restrukturierungsplan. Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern und den Geschäftsbetrieb fortzuführen.
Dramatisch verschärft wurden die Herausforderungen durch einen Datendiebstahl und einen Ransomware-Angriff im August, der zu erheblichen operativen Einschränkungen in allen Unternehmen der Stoli Group führte. Man rechnet damit, dass die betroffenen Systeme frühestens im ersten Quartal 2025 wieder vollständig funktionsfähig sind.
Zusätzlich belastet wurden die Geschicke durch die Anfeindungen der russischen Regierung. Im Juli wurden die beiden Hauptbeteiligungen der Stoli Group von einem russischen Gericht als "Extremisten" eingestuft, was zur Beschlagnahmung der letzten in Russland vorhandenen Vermögenswerte führte.
Diese Entwicklung ist der letzte Akt in einem langjährigen Konflikt mit der russischen Regierung, unter dem das Unternehmen seit dem Jahr 2000 leidet. Der Unternehmensgründer Yuri Shefler, der Russland 2002 verlassen musste, wird nach eigener Darstellung seit den 2010er Jahren politisch motivierten Anschuldigungen ausgesetzt, die unter anderem in Großbritannien und der Schweiz als ungerechtfertigt angesehen wurden.
Die Stoli Group kämpft in 23 Gerichtsbarkeiten um die Namensrechte an Stolichnaya und Moskovskaya und hat den Markennamen 2022 angesichts des Ukraine-Konflikts in Stoli geändert. Seit dem Jahr 2000 wird der beliebte Wodka in Lettland produziert.

