Stockender Frieden: Neue Verhandlungsansätze zur Beilegung des Ukraine-Konflikts
Die Ukraine zeigt Bereitschaft, Verhandlungen mit Russland zur Beendigung des anhaltenden Konflikts aufzunehmen. Präsident Wolodymyr Selenskyj plant, mit Ländern wie der Türkei und mehreren Golfstaaten über einen möglichen Gipfel zu sprechen, der von diesen Nationen ausgerichtet werden könnte. Selenskyj unterstrich in seiner Ansprache, dass die Ukraine bereit sei, alles Nötige zu tun, um den Krieg zu beenden, gleichzeitig jedoch Druck auf Moskau aufrechterhalten wolle, um deren Verzögerungstaktiken zu neutralisieren. Insbesondere die Rolle der USA sei hierbei entscheidend.
Frühere Gespräche in Istanbul führten zwar zur Klärung humanitärer Themen, eine umfassende Friedenslösung blieb allerdings aus. Auch der Doppelgipfel von US-Präsident Donald Trump mit den Beteiligten in Alaska und Washington brachte keinen Durchbruch. Russland besteht weiterhin auf die Aufgabe der Nato-Beitrittsambitionen der Ukraine und fordert territoriale Zugeständnisse, was die Ukraine aufgrund ihrer Verfassung ablehnt. Beide Seiten zeigen sich öffentlich dialogbereit, insbesondere mit dem Ziel, Trump zu ihrer Unterstützung zu bewegen.
Ein weiterer Hürdenlauf sind die Bemühungen um Gespräche auf niedrigerer Ebene, die der Kreml als Voraussetzung für direkte Verhandlungen zwischen Putin und Selenskyj fordert. Der Kreml lehnt Verhandlungsorte in Europa ab, da dortige Staaten als nicht neutral betrachtet werden. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas fordert derweil zusätzliche Sanktionen gegen Russland, um diese zu Verhandlungen zu zwingen.
Abseits diplomatischer Bemühungen bleibt die Lage an der Front angespannt. Russische Truppen drangen in die Region Dnipropetrowsk vor, während die Ukraine die Kontrolle über das bemühte Gebiet weitgehend halten kann. Die Situation in Kupjansk im Nordosten bleibt angespannt, doch vorläufige ukrainische Gegenangriffe bei Pokrowsk waren erfolgreich. Zugleich belasten Drohnenattacken die russische Ölindustrie zunehmend, was zu erheblichen Einbußen in der Ölverarbeitung führt.

