Steam Deck: OLED Version weltweit ausverkauft – RAM-Krise legt Valves Handheld lahm
Das Steam Deck hat seit seinem Erscheinen Millionen von Spielern begeistert und dem PC-Gaming auf der Couch – oder unterwegs – eine völlig neue Dimension verliehen. Doch wer sich heute entscheidet, eines zu kaufen, steht vor einem wachsenden Problem: In immer mehr Teilen der Welt ist das beliebte Handgerät schlicht nicht mehr erhältlich. Und die Ursache dahinter reicht weit über Valve hinaus.
Verkaufte Regale – von den USA bis Europa
Was zunächst als regionale Knappheit in den Vereinigten Staaten begann, hat sich inzwischen zu einem weltweiten Lieferengpass ausgewachsen. Das Steam Deck OLED ist mittlerweile in den USA, Kanada, Japan und großen Teilen der Europäischen Union – darunter etwa Polen – vergriffen. Das LCD-Modell, das Valve im Dezember 2025 offiziell eingestellt hat, ist ohnehin bereits vollständig vom Markt verschwunden. Wer noch Glück hat, kann in Großbritannien direkt über Valve fündig werden – ebenso in Südkorea, Hongkong und Taiwan über den Vertriebspartner Komodo. Japan könnte laut Komodo-Schätzungen in begrenzten Stückzahlen gegen Ende Februar wieder beliefert werden. Wer sich also für einen Kauf interessiert, sollte keine Zeit verlieren – und wer vorerst leer ausgeht, kann das Gerät auf die Wunschliste setzen, um bei Verfügbarkeit benachrichtigt zu werden.
Der eigentliche Schuldige: Der globale RAM-Engpass
Valve hat sich offiziell zur Ursache der Lieferschwierigkeiten geäußert und dabei klar auf eine branchenweite Rohstoffkrise hingewiesen: Arbeitsspeicher und Festspeicher – also RAM und SSDs – sind weltweit knapp und teuer wie selten zuvor. Der Grund liegt in einem kaum für möglich gehaltenen Ansturm auf diese Bauteile durch Technologiekonzerne, die in großem Maßstab Rechenzentren für künstliche Intelligenz aufbauen. Die Folgen sind bereits im Alltag spürbar: DDR5-RAM kostet inzwischen mehr als das Vierfache des ursprünglichen Richtpreises, und Grafikkarten mit mehr als 12 Gigabyte Videospeicher – wie die Nvidia GeForce RTX 5070 Ti – überschreiten die Marke von umgerechnet 1.000 Euro. Zwar haben sich die Preise Ende Februar leicht stabilisiert, doch selbst günstige Arbeitsspeicher-Kits bewegen sich noch in Bereichen, die vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären.
Auch Steam Machine und Steam Controller im Strudel der Krise
Der Steam Deck ist dabei nicht das einzige Valve-Produkt, das unter dem Engpass leidet. Die für die erste Jahreshälfte 2026 angekündigte Steam Machine – Valves Antwort auf eine stationäre Spielekonsole – hat ebenfalls noch keinen festen Verkaufspreis und keinen verbindlichen Starttermin erhalten. Valve selbst begründet das offen mit den gestiegenen Kosten für Speicherbausteine. Gleiches gilt für das Steam Frame und den neuen Steam Controller, deren Markteinführungen sich ebenfalls verzögern. Einige Nutzer haben daraufhin vorgeschlagen, zumindest den Steam Controller vorzuziehen, da dieser keine der begehrten Komponenten benötigt – ein nachvollziehbarer Gedanke, über den Valve bislang jedoch schweigt. Wie lange die Lage angespannt bleibt, ist ungewiss – und damit auch, wann der Steam Deck wieder zuverlässig verfügbar sein wird.


