Staualarm in deutschen Städten: Berlin bleibt Spitzenreiter
Berlin bleibt die unangefochtene Stau-Hauptstadt Deutschlands, so eine aktuelle Erhebung des Verkehrsdatenspezialisten TomTom. Im vergangenen Jahr dürfte die Geduld der Berliner Autofahrer besonders strapaziert worden sein, denn der Verkehr stockte im Schnitt 40 Prozent langsamer als bei freier Fahrt. Essens und Hamburgs Verkehrsstaus rangieren dicht dahinter mit jeweils 39 Prozent. Überraschend entlastet präsentieren sich Kassel und Karlsruhe mit einem vergleichsweise entspannten Stauanteil von nur 23 Prozent.
Das wachsende Verkehrsaufkommen ist jedoch kein Phänomen, das sich auf Berlin beschränkt. Bremen spürt mit einem Anstieg von neun Prozentpunkten einen besonders starken Druck und erlangt Platz sechs im Stauranking. Dresden und Leipzig bekamen mit einer Zunahme um je sieben Punkte ebenfalls eine kräftige Prise Verkehrsfrust ab. Ein wenig Aufatmen kann man hingegen in Kiel und Bochum: Beide Städte stehen mit sinkenden Werten von minus drei bzw. fünf Prozentpunkten als seltene Beispiele positiver Entwicklungen da.
TomTom sieht mehrere Ursachen für den zunehmenden Verkehrsdruck. Eine davon ist der schleichende Rückzug des Homeoffice, der mehr Arbeitnehmer in den Berufsverkehr drängt. Zudem sorgt die Flucht ins preisgünstigere Umland für längere Pendelstrecken, ein Trend, der mangels erschwinglichem Wohnraum in Metropolen weiter bestehen bleibt. Unter den Fahrern türmen sich zudem SUVs, die mehr Platz benötigen, und die marode Infrastruktur leistet ihr Übriges. Straßensanierungen sind ein häufiges Bild, und die Aussichten für Autofahrer sind wenig rosig.
Messungen in Innenstadtbereichen präsentieren teilweise andere Befunde. Hier erweist sich Nürnberg als Spitzenreiter in Sachen Verzögerung mit 50 Prozent, knapp gefolgt von Hamburg und Leipzig. Auch wenn Berlin in dieser Kategorie etwas moderater abschneidet, bleibt der anhaltende Trend eines zunehmenden Verkehrsaufkommens unverkennbar.

