Stahlkuppel soll Öl im Golf von Mexiko stoppen

05. Mai 2010, 21:33 Uhr · Quelle: dpa
New Orleans/Washington (dpa) - Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ist eine beispiellose Aktion angelaufen: In Louisiana brach am Mittwoch ein Schiff mit einer 113 Tonnen schweren und 12 Meter hohen Stahlkuppel auf.

Sie soll in den nächsten beiden Tagen über das sprudelnde Bohrloch in 1500 Metern Tiefe gestülpt werden. Knapp zwei Wochen nach dem Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» gab es außerdem bereits einen kleinen Fortschritt vor der US-Südküste: Dem BP-Konzern gelang es, das kleinste der drei Lecks am Meeresboden zu schließen.

BP will das aufgefangene Öl dann auf ein Bohrschiff leiten. Der Konzern hofft, dass das komplizierte System innerhalb von sechs Tagen einsatzbereit ist. Eine solche Aktion in dieser Tiefe gab es bislang noch nie.

BP-Manager Doug Suttles sagte, es könne angesichts der Schwierigkeiten zunächst «frustrierend» werden. Aber: «Ich bin überzeugt, dass wir sie (die Kuppel) zum Funktionieren bringen.» Klappt das Manöver, will der Ölkonzern eine zweite solche Vorrichtung einsetzen, um das andere Leck abzudichten.

Politischer Druck auf BP

Inzwischen werden in Washington die Rufe lauter, BP nicht nur für die Reinigungsarbeiten, sondern auch für die erwarteten Schäden in Natur und Wirtschaft in vollem Umfang zur Kasse zu bitten. Zwei demokratische Senatoren im Kongress wollen erreichen, dass eine gesetzliche Obergrenze für derartige Schadensersatzleistungen von 75 Millionen Dollar auf zehn Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) erhöht wird.

Nach Medienberichten findet ihr Vorstoß immer mehr Unterstützung. Der Kommunikationsdirektor im Weißen Haus, Dan Pfeiffer, sagte in einem Blog, dass auch Präsident Barack Obama eine deutliche Anhebung unterstütze. BP-Chef Tony Hayward hatte versichert, dass der Konzern «legitime» Ansprüche befriedigen werde.

Das Leck, das ein Unterwasserroboter mit einem Ventil schließen konnte, ist eines von drei, aus denen seit nunmehr fast zwei Wochen täglich mindestens 700 Tonnen Rohöl ins Wasser fließen. Bereits am Dienstag hatte Suttles deutlich gemacht, dass sich der Ölaustritt kaum verringern werde, wenn nur das kleinste Leck abgedichtet werde.

Das Wetter spielt weiter mit: Günstige Winde halten den Ölteppich weiter vom Festland fern, die Einsatzleiter erwarten, dass das mindestens bis zum Wochenende so bleibt. Damit erhalten die etwa 7500 Einsatzkräfte mehr Zeit, um die Säuberungsarbeiten und Schutzmaßnahmen für die Küstenregion voranzutreiben. So wurde auch am Mittwoch daran gearbeitet, schwimmende Barrieren auszulegen und Öl abzuschöpfen.

Hoffnungen ruhen auf Stahlkuppel

Die Hoffnungen konzentrieren sich jedoch auf die rund 113 Tonnen schwere Stahlkuppel: Sie könnte, wenn alles klappt, nach Expertenangaben den Ölfluss zu 80 Prozent stoppen - so lange, bis das endgültige Abdichten der Lecks gelungen ist. Nach Absetzen des Behälters in 1500 Metern Tiefe müssen noch Leitungen von der Konstruktion zu einem Bohrschiff gelegt werden.

Schwierig ist das Manöver schon allein wegen der Meeresströmungen. Kurt Reinicke vom Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der TU Clausthal sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Die Umweltbelastung wird abgestellt, Sie gewinnen Zeit (...) Aber das Problem ist natürlich nicht gelöst. Das ist es erst, wenn die Bohrung unter Kontrolle ist. In die Kuppel tritt ja weiter unkontrolliert Öl aus.»

Reinicke erklärte weiter, bevor die zwölf Meter hohe Konstruktion platziert werden könne, werde BP versuchen, ein neues Absperrventil über dem Bohrlochkopf anzubringen. Dazu müssten Leitungen kurz oberhalb des Kopfes gekappt werden. «Damit wird der Querschnitt der Bohrung geöffnet. Klappt es (das Ventil anzubringen), wäre die Bohrung unter Kontrolle, klappt es nicht, wird mehr Öl ausströmen, weil Fließwiderstände beseitigt wurden.»

Am 22. April war die Bohrinsel gesunken, die BP von der Firma Transocean geleast hatte. Es kursieren unterschiedliche Angaben, wie viel Öl im schlimmsten Fall noch austreten kann. Am Dienstag informierten Vertreter von BP und Transocean US-Kongressmitglieder hinter verschlossenen Türen über das Ausmaß des Unglücks. Nach Medienberichten gab ein BP-Manager dabei als schlimmstes mögliches Szenario den täglichen Austritt von 60 000 Barrel Rohöl an. Das wäre mehr als zehnmal so viel wie jetzt. Suttles sagte am Mittwoch dem Sender CNN, dass dieses Szenario aber unwahrscheinlich sei. 60 000 Barrel entsprechen mehr als 8000 Tonnen.

Behörden und Firmen zum Einsatz: www.deepwaterhorizonresponse.com

Umwelt / USA
05.05.2010 · 21:33 Uhr
[8 Kommentare]
Iran-Krieg - Libanon
Beirut/Tel Aviv (dpa) - Ungeachtet der eigentlich verkündeten Waffenruhe im Libanon hat Israels Militär erneut die Vororte der Hauptstadt Beirut angegriffen. Die Armee habe «Terroristen-Hauptquartiere» als Reaktion auf den Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz […] (00)
vor 10 Minuten
Nach dem Ende ihrer Ehe mit Fußballstar Thomas Müller richtet Lisa Müller den Blick offenbar konsequent nach vorn.
(BANG) - Nach dem Ende ihrer Ehe mit Fußballstar Thomas Müller richtet Lisa Müller den Blick offenbar konsequent nach vorn. Statt sich in öffentlichen Diskussionen über die Trennung zu verlieren, konzentriert sich die Dressurreiterin auf ihre Zukunft. Und dabei soll es nun vor allem um Beruf, Sport, Selbstliebe und persönlicher Weiterentwicklung gehen. […] (00)
Gestern um 14:30
Merach S29R2 – Abwechslungsreiche Workouts ganz ohne Kabel
Merach S29R2, ein Heimtrainer, der konsequent auf einen Stromanschluss verzichtet. Ein eingebautes Generator-System wandelt die Tretbewegung in Energie um und versorgt damit Display und Elektronik. Das Bike steht einfach dort, wo Platz ist, also gibt’s keine Kabel, ein fixer Standort ist nicht nötig. Wichtige Merkmale vom S29R2: Selbstgespeist: […] (00)
vor 2 Stunden
Palworld verlässt den Early Access! Version 1.0 kommt schon sehr bald
Palworld war eines dieser Spiele, über die plötzlich alle gesprochen haben. Anfangs war es für viele nur „Pokémon mit Waffen“. Dann wurde daraus ein riesiger Early-Access-Hit mit Millionen Spielern, wilden Basen, absurden Pals und jeder Menge Diskussionen. Jetzt steht der nächste große Schritt bevor. Pocketpair hat bestätigt, dass Palworld 1.0 […] (00)
vor 1 Stunde
WM-Halbfinale wirbelt Das Erste-Programm durcheinander
Wegen der noch offenen WM-Planungen hält Das Erste sein Krimiprogramm für den 14. und 15. Juli gleichermaßen vor. Die Fußball-Weltmeisterschaft sorgt Mitte Juli für besondere Programmplanungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Da zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig feststeht, an welchem der beiden Abende das ZDF ein WM-Halbfinale übertragen wird, hat Das Erste vorsorglich […] (00)
vor 7 Stunden
French Open Tennis
Paris (dpa) - Als Alexander Zverev das Objekt der Begierde endlich überreicht bekam, küsste er den Coupe des Mousquetaires, streichelte ihn zärtlich und hielt ihn wie ein Baby in seinen Armen. «Jetzt ist es endlich ein Happy End», sagte der deutsche Tennisstar bei der Siegerehrung der French Open auf dem Court Philippe Chatrier und ergänzte in Richtung […] (02)
vor 7 Minuten
Das gigantische SAP-Beben: Wie die neue KI-Macht den Software-Riesen aus der Krise peitschen soll
Der europäische Software-Marktführer SAP holt mitten in einem turbulenten Börsenjahr zu einem technologischen Vernichtungsschlag gegen die internationale Konkurrenz aus. Während die Märkte in den vergangenen Monaten an der Zukunftsfähigkeit des Walldorfer DAX-Konzerns zweifelten, präsentiert der Vorstand nun eine fundamentale Transformation. Das […] (00)
vor 46 Minuten
Latino-Domains: Der Countdown  läuft
Koeln, 06.06.2026 (PresseBox) - Die Einführung der Latino-Domains erreicht ihre entscheidende Phase. Nach einer mehrwöchigen Sunrise-Periode, in der Inhaber eingetragener Marken ihre Kennzeichen bevorzugt sichern konnten, öffnet sich die neue Domainendung am 12. Juni 2026 für die breite Öffentlichkeit. Damit beginnt ein neues Kapitel für Unternehmen, Organisationen und […] (00)
Gestern um 16:46
 
Ukraine-Krieg - Treffen von Starmer, Merz, Macron und Selenskyj
London (dpa) - Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen die stockenden […] (01)
Rentenversicherung (Archiv)
Berlin - Die SPD hält an der geplanten Rentenerhöhung fest und weist einen […] (01)
Bundestagssitzung (Archiv)
Berlin - SPD-Fraktionschef Matthias Miersch fordert, dass auch Bundestagsabgeordnete […] (01)
50Hertz (Archiv)
Berlin - Der deutsche Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz dringt auf den schnellen Bau […] (05)
Taylor Swift und Travis Kelce sollen am amerikanischen Feiertagswochenende um den 4. Juli im Madison Square Garden heiraten.
(BANG) - Taylor Swift und Travis Kelce sollen im Madison Square Garden heiraten. Die […] (01)
BYD greift den Weltmarkt an: mit Plug-in-Hybrid in Polo-Größe für 23.000 Euro
Die Chinesen kommen! In diesem Fall sind sie leuchtend-orange, mit schwarz lackierten […] (00)
French Open
Paris (dpa) - Schon lange vor ihrer Premiere in Paris war Mirra Andrejewa ein Grand- […] (04)
Pekings Kapital-Gefängnis: China schließt den letzten Fluchtweg für Anleger
Es war die eleganteste Umgehung eines Systems, das eigentlich keine Lücken lassen […] (00)
 
 
Suchbegriff