Stabilität und Unsicherheit: Deutsche Anleihemärkte reagieren gelassen auf Inflation und US-Zollpolitik
Die Kurse der deutschen Bundesanleihen zeigten am Montag eine moderate Aufwärtsbewegung. Der Euro-Bund-Future, als richtungsweisendes Barometer, verzeichnete einen Anstieg von 0,14 Prozent und kletterte auf 129,01 Punkte. Dies ging einher mit einem Rückgang der Rendite für zehnjährige Bundespapiere auf 2,73 Prozent.
Parallel hierzu sank die Inflationsrate in Deutschland im März, was auf ein etwas abgekühltes Preisniveau hindeutet. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), oft als Richtschnur für die Europäische Zentralbank (EZB) verwendet, stieg im Jahresvergleich um 2,3 Prozent. Im Vormonat Februar hatte dieser noch bei 2,6 Prozent gelegen. Ökonomen hatten erwartet, dass die Rate auf 2,4 Prozent fallen würde. Im Gegensatz hierzu verzeichnete Italien einen Anstieg der Inflation. Eine umfassende Übersicht für den Euro-Raum wird am Dienstag erwartet.
Analyst Ralf Umlauf von der Helaba sieht die EZB mit ihrer derzeitigen Zinspolitik bestätigt, betont jedoch, dass eine baldige Lockerung ungewiss bleibt. Der zunehmende Preisdruck in Italien und die Unsicherheiten durch US-Zölle spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Weitere Zinssenkungen könnten die Anleihekurse zusätzlich beflügeln.
Die globale Finanzszene behält weiterhin die Zolldynamik der USA im Auge. Präsident Donald Trump plant für Mittwoch Ankündigungen zu neuen Maßnahmen. Den wechselseitig angestrebten Zöllen soll kein Land entkommen, wie Trump während einer Air Force One Reise betonte. Dieses Spannungsfeld internationaler Wirtschaftsbeziehungen wird auch den Kurs der Finanzmärkte in naher Zukunft prägen.

