Staatliche Zensur im Iran: Suspendierung der Zeitung 'Hammihan' sorgt für Aufsehen
Im Iran verschärfen sich die bereits angespannten Medienbedingungen weiter. Die Zeitung 'Hammihan' sieht sich aufgrund ihrer kritischen Berichterstattung mit einer staatlich angeordneten Arbeitseinstellung konfrontiert. Verantwortlich für diesen drastischen Schritt ist das Presseaufsichtsgremium des Landes, das seinen Entschluss durch zwei spezifische Veröffentlichungen begründet, wie die Nachrichtenagentur Tasnim meldet.
Ein zentrales Element dieser Kontroverse ist eine Kolumne des Chefredakteurs der betroffenen Zeitung, die offenbar den Unmut der Behörden auf sich gezogen hat. Eine weitere brisante Veröffentlichung stammt aus der Feder der weithin bekannten Journalistin Elaheh Mohammadi, die in einem Leitartikel die staatliche Gewalt während der aktuellen Proteste thematisierte. Die Journalistin war bereits nach ihrer kritischen Berichterstattung im Zuge von Frauenprotesten vor drei Jahren inhaftiert, verurteilt und erst im Februar 2025 begnadigt worden.
Die ohnehin strikte Zensur im Iran bildet einen undurchdringlichen Schleier über den wenigen Medien, die sich regimekritische Stimmen bewahren wollen. In Zeiten von Unruhen verschärft sich die Lage zusehends, da die Behörden sich dazu entschlossen haben, das Internet weitestgehend zu blockieren. So verbleiben überwiegend regierungsnahe und staatliche Medien mit der Berichterstattung, die das Geschehen im Land nur gefiltert und mit eingeschränkter Perspektive präsentieren.

