Staatliche Förderung für gebrauchte Elektroautos: Niedersachsens Ministerpräsident Lies plädiert für neuen Ansatz

Niedersachsens Ministerpräsident, Olaf Lies, setzt sich für eine Förderung von gebrauchten Elektrofahrzeugen durch den Staat ein. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betonte der SPD-Politiker, dass insbesondere junge Gebrauchtelektroautos von dieser Maßnahme profitieren sollten. Die derzeitigen Subventionen für neue Elektroautos, so Lies, könnten unbeabsichtigt auch den chinesischen Automobilmarkt stärken, da es häufig an Vorgaben bezüglich des europäischen Produktionsanteils mangele. Frankreich dient hier als warnendes Beispiel.
Lies schlägt vor, dass vor allem zwei bis drei Jahre alte Leasing-Rückläufer mit geringer Laufleistung gefördert werden sollten. Diese Prämie hätte laut Lies gleich mehrere positive Effekte: Zum einen könnten viel mehr Menschen erschwingliche Elektroautos erwerben, zum anderen würden die Restwerte gebrauchter Fahrzeuge steigen, was wiederum das Leasing neuer Autos kostengünstiger mache. Zudem würde eine solche Förderung vor allem europäischen Herstellern zugutekommen, da sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt überwiegend europäische Modelle finden lassen.
Unterdessen plant die Bundesregierung ein Förderprogramm, das sich an Haushalte mit kleinerem und mittlerem Einkommen richtet. Zunächst wird sich dieses Programm zwar auf Neuwagen konzentrieren, doch sollen in einer zweiten Phase auch Gebrauchtwagen einbezogen werden. Hinsichtlich der Debatte über das Verbrenner-Aus plädiert Lies dafür, neben der Elektromobilität auch anderen Technologien Raum zu geben, ohne dabei vom Ziel der E-Mobilität abzurücken.
Er weist darauf hin, dass die Mehrzahl der Fahrzeuge, die nach 2035 verkauft werden, elektrisch sein wird – voraussichtlich mehr als 80 Prozent. Bereits hat die EU-Kommission angesichts veränderter geopolitischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ihre Pläne zum strikten Verbrenner-Aus angepasst, sodass auch nach 2035 noch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren neu zugelassen werden könnten.

