Spurs im Umbruch – Daniel Levy tritt nach fast 25 Jahren als Executive Chair ab
Tottenham Hotspur verliert eine seiner prägendsten Figuren: Daniel Levy legt nach knapp 25 Jahren sein Amt als Executive Chair nieder. Der 63-Jährige, der seit den frühen 2000er-Jahren die Geschicke des Klubs lenkte, hinterlässt ein wirtschaftlich transformiertes, aber sportlich oft zwiespältig wahrgenommenes Erbe.
Unter Levys Führung entstand das 2019 eröffnete Stadion an der White Hart Lane – ein 1,2 Mrd. Pfund teures Bauprojekt mit 62.850 Plätzen. Es katapultierte den Klub in die Spitzengruppe der weltweiten Umsatzrankings. In der Saison 2023/24 erwirtschafteten die Spurs rund 615 Mio. Euro, laut Deloitte Platz neun unter den globalen Fußballgrößen.
Gleichzeitig blieb der sportliche Ertrag hinter den Ambitionen zurück. Der letzte Meistertitel datiert aus dem Jahr 1961. Zwar gewann Tottenham jüngst die Europa League, doch im Vergleich zu dominanten Rivalen wie Liverpool oder Manchester City blieb die Erfolgsbilanz begrenzt. Fans warfen Levy immer wieder vor, wirtschaftliche Stabilität über sportlichen Mut zu stellen.
Levys Rückzug fällt in eine Phase größerer Führungswechsel. Peter Charrington, früherer Global Head von Citi Private Bank und Enic-Direktor, übernimmt als Non-Executive Chair. Bereits im Frühjahr wurde Vinai Venkatesham, Ex-CEO von Arsenal, als Geschäftsführer verpflichtet. Im Juni folgte Thomas Frank von Brentford als neuer Cheftrainer.
Der Umbau hat auch mit der Eigentümerstruktur zu tun. Enic Sports, Hauptanteilseigner von Spurs, wird von der Familie des Milliardärs Joe Lewis kontrolliert, der 2022 seinen Anteil in einen Familientrust überführte. Die Familie setzt nach eigenen Angaben auf „sportlichen Erfolg“ und sieht in der neuen Führungsriege die Basis für eine stärkere Zukunft auf dem Platz.


