«Spiegel»: Hohe Opferzahlen in neuem Missbrauchsgutachten

Kölner Missbrauchsgutachten
Foto: Oliver Berg/dpa
Blick auf den Kölner Dom.

Köln (dpa) - Das noch unveröffentlichte neue Missbrauchsgutachten für das Erzbistum Köln führt mehr als 300 Verdachtsmeldungen sowie mehr als 300 Opfer und über 200 Beschuldigte auf. Das berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Das von dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki in Auftrag gegebene Missbrauchsgutachten soll am 18. März veröffentlicht werden. «Die Zahlen sind bekannt, da wir sie bereits in der Vergangenheit zu verschiedenen Anlässen kommuniziert haben», erklärte der von der Kirche beauftragte Strafrechtler Professor Björn Gercke am Samstag. Woelki hatte schon früher mitgeteilt, dass Gercke 236 Fälle aus dem Erzbistum Köln untersucht habe.

Auffällig ist, dass die jetzt veröffentlichten Zahlen deutlich höher liegen als die Zahlen aus der sogenannten MHG-Studie der Deutschen Bischofskonferenz von 2018. Damals waren für das Erzbistum Köln über einen Zeitraum von 70 Jahren 135 Opfer sexualisierter Gewalt und 87 beschuldigte Kleriker angegeben worden.

Gercke nannte mehrere Gründe für die Unterschiede zur MHG-Studie. So betrachte sein Gutachten nicht nur Kleriker, sondern auch nichtgeweihte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erzbistums. Zudem sei «zwischen Verdachtsmeldungen und tatsächlichen (Straf-)Taten zu unterscheiden».

Kirche / Köln / Missbrauch / Rainer Maria Woelki / Nordrhein-Westfalen / Deutschland
20.02.2021 · 14:53 Uhr
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