Spargel im Hochpreis-Segment: Wie deutsche Landwirtschaft sich verändert
Die jüngsten Erhebungen des Statistischen Bundesamts zeichnen ein tristes Bild für Fans heimischer Erdbeeren und Spargel. Mit Rekord-Mini-Ernten dieser beliebten Kulturen spiegeln sich die Herausforderungen wider, vor denen deutsche Landwirte stehen. Kostendruck und verringerte Anbauflächen führen dazu, dass sich der Anbau für viele Betriebe nicht mehr rentiert und das Angebot zunehmend knapper und damit teurer wird.
Ein drastisches Beispiel zeigt sich bei den Freiland-Erdbeeren, wo die Ernte mit 75.500 Tonnen den niedrigsten Stand seit drei Jahrzehnten erreicht. Ein ähnliches Niederschlagen findet sich beim Freiland-Spargel, dessen Ernte auf den geringsten Wert seit 2010 sank. Verbraucher spüren dies direkt in ihrer Geldbörse: Die Preise für diese Feldfrüchte steigen stetig, was Spargel und Erdbeeren zu Luxusgütern erhebt.
Die Entscheidung, Anbauflächen zu reduzieren, trafen die Landwirte mit Bedacht, da die Personalkosten nahezu jährlich um zehn Prozent steigen. Um profitabel zu bleiben, setzen Bauern wie Georg Merlau aus Darmstadt auf den Vertrieb über ihre Hofläden, wo angemessene Preismargen erzielt werden. Dies wird verstärkt durch den rückläufigen Trend des Angebots an Genossenschaften.
Der Anbau unter Gewächshäusern bietet einen kleinen Lichtblick, indem Anbauerträge gesteigert werden, während die Risiken der Freilandproduktion durch Wettereinflüsse gemindert werden. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen, insbesondere mit dem steigenden gesetzlichen Mindestlohn. Landwirtschaftliche Verbände weisen auf den unternehmerischen Druck hin, der durch diese Kostensteigerungen entsteht und die Anbauflächen in Deutschland weiter schrumpfen lassen könnte.
Eine Ausnahme beim Mindestlohn für landwirtschaftliche Saisonkräfte bleibt umstritten. Während die Gewerkschaft IG Bauen Agrar Umwelt die Ängste als überzogen bezeichnet, bleibt der Druck auf die heimische Produktion hoch, der eine zukünftige Verschiebung der Erzeugung ins Ausland begünstigen könnte.

