Spannungen zwischen USA und Kanada: Trump stoppt Handelsgespräche
US-Präsident Donald Trump hat unerwartet die Handelsverhandlungen mit Kanada beendet und sorgt damit für neue Spannungen zwischen den Nachbarländern. Der Grund für diesen abrupten Abbruch ist eine Werbekampagne aus der kanadischen Provinz Ontario, die sich kritisch gegenüber US-Zöllen äußert. In einem dazugehörigen Video wird die Stimme des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan verwendet, der sich gegen Zölle aussprach. Diese Nutzung der Aufnahmen stieß auf Kritik der Ronald Reagan Presidential Foundation & Institute, die rechtliche Schritte erwägt. Die Organisation bemängelt, dass Reagans Aussagen ohne Genehmigung und in einem irreführenden Kontext eingebettet wurden.
Trump selbst machte seine Entscheidung über die Plattform Truth Social publik. Er beschuldigt Kanada eines "ungeheuerlichen Verhaltens" und unterstreicht die Wichtigkeit von Zöllen für die nationale Sicherheit und Wirtschaft der Vereinigten Staaten. Zudem warf er der kanadischen Seite vor, amerikanische Richter beeinflussen zu wollen, insbesondere jene des US Supreme Court. Dieser befasst sich derzeit auf Antrag der US-Regierung mit Trumps umstrittener Zollpolitik, welche kürzlich vor einem Berufungsgericht eine Niederlage erlitt.
Noch vor wenigen Wochen schien das Verhältnis zwischen Trump und dem kanadischen Premierminister Mark Carney entspannt. Bei einem Besuch Carneys in Washington äußerte sich Trump positiv und wünschte sich einvernehmliche Vereinbarungen. Er hob die Fortschritte in den bilateralen Beziehungen hervor, insbesondere in den Bereichen Automobil und Stahl, und lobte Kanadas verstärkte Bemühungen im Kampf gegen den Drogenhandel. Trump hatte zuvor die Einführung von 35-Prozent-Zöllen unter anderem mit der Bekämpfung des massiven Drogenproblems in den USA begründet.

