Spannungen vor Ukraine-Gipfel belasten Märkte und beflügeln Rüstungsaktien
Die internationalen Finanzmärkte zeigen sich zum Wochenbeginn zurückhaltend in Erwartung des nächsten Ukraine-Gipfels in Washington. Der Dax verlor am Nachmittag 0,29 Prozent und fiel auf 24.290 Punkte. Der MDax bewegte sich stabil bei 30.949 Punkten. Der EuroStoxx 50, als Leitindex der Eurozone, sank um rund 0,6 Prozent.
Die Erwartungen an das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin blieben unerfüllt, nachdem das Gipfeltreffen in Alaska ohne Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstands im Ukrainekonflikt endete. Trump empfängt nun den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus, begleitet von mehreren Spitzenpolitikern aus Europa. Trump äußerte im Vorfeld, Selenskyj könne den Krieg schnell beenden, wenn er es wolle, oder aber den Weg des Kampfes weitergehen.
Die Spannung unter Investoren ist greifbar, obwohl Marktexperten wie Andreas Lipkow eine wachsende Ernüchterung über die ausbleibenden geopolitischen Fortschritte feststellen. Ohne konkrete Friedenssignale am Horizont sind die Marktteilnehmer verunsichert.
Rüstungswerte erhielten durch die politischen Spannungen Aufwind. Rheinmetall legte im Dax um 3 Prozent zu, während Hensoldt und Renk im MDax jeweils bis zu 2,9 Prozent zulegten. Die Anleger suchen offenbar wieder Schutz in der Stabilität der Branche.
In anderer Entwicklung konnten Bayer-Aktien nach der Ankündigung einer Grundsatzvereinbarung zur Beilegung von US-Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit PCB punkten. Hingegen verbuchten Commerzbank-Papiere Verluste von 3,2 Prozent am Dax-Ende, nachdem die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung zurückzog. Auch Lanxess litt unter einer negativen Analysteneinschätzung von Van Lanschot Kempen und verlor 2,7 Prozent.
Auf der Gewinnerseite standen die Aktien von Hellofresh, die nach einer positiven Margenbewertung um 8,5 Prozent stiegen, auch wenn die organische Umsatzentwicklung schwach ausfiel. Zudem verzeichneten Windkraftanlagenhersteller wie Nordex, beflügelt durch neue US-Subventionsrichtlinien, ein Plus von 2 Prozent. SMA Solar steigerte sich sogar um 9,3 Prozent, was ebenfalls auf die Bewertung der neuen Richtlinien zurückzuführen ist.

