Spannungen nach Razzia: Südkorea fordert Klarheit von den USA
Der südkoreanische Außenminister Cho Hyun hat in einem Gespräch mit dem US-Außenminister Marco Rubio seine "tiefe Besorgnis" über den Umgang mit hunderten südkoreanischen Arbeitern geäußert, die bei einer kürzlichen Einwanderungsrazzia in Georgia festgenommen wurden. Die Sitzung in Washington, deren Inhalt von der südkoreanischen Seite anders dargestellt wurde als von der US-amerikanischen, unterstreicht die Belastung der Beziehungen der beiden Alliierten.
Cho setzte sich dafür ein, dass die Arbeiter, die zur Unterstützung der industriellen Wiederbelebung in den USA gekommen seien, nicht als Kriminelle behandelt werden. Er forderte, dass sie schnell und ohne restriktive Maßnahmen wie Handschellen das Land verlassen dürfen und zukünftige Einreisen in die USA keine Nachteile für sie mit sich bringen. Rubio sicherte laut südkoreanischem Außenministerium zu, dass Präsident Donald Trump Anweisungen gegeben habe, um die Anliegen kurzfristig zu prüfen.
Der Vorfall birgt das Potenzial, das Vertrauen südkoreanischer Unternehmen in die USA zu erschüttern. Nach einer überraschenden Razzia bei einem gemeinsamen Projekt von Hyundai Motor und LG Energy Solution, bei der rund 300 Fachleute in Gewahrsam genommen wurden, könnten Investitionen über 350 Milliarden Dollar ins Stocken geraten. Die Möglichkeit von Visa-Komplikationen und verschärfter Einwanderungskontrolle droht, die Termintreue von Projekten zu beeinträchtigen und Kosten zu erhöhen.
Dieser Konflikt rückt auch die Diskrepanz zwischen Trumps bestrebtem Anwerben ausländischer Investitionen und seiner rigiden Einwanderungspolitik ins Rampenlicht. Unternehmen müssen nun mit möglichen Verzögerungen und zusätzlichen Hürden beim Visaverfahren rechnen, was zukünftige Projekte in den USA gefährden könnte.
Unterdessen hat Tom Homan, der Grenzbeauftragte des Weißen Hauses, angekündigt, dass vermehrte Razzien an Arbeitsstätten geplant sind, um die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze deutlich auszubauen.

