Nahost-Konflikt

Spannungen im Libanon nach Fristablauf - mindestens 22 Tote

26. Januar 2025, 18:25 Uhr · Quelle: dpa
Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah brachte eine lang erhoffte Pause im Krieg. Aber nach Ablauf der 60-Tages-Frist zeigt sich: Längerfristig entschärft ist der Konflikt noch nicht.

Beirut/Tel Aviv (dpa) - Nach dem Ablauf einer wichtigen Frist zum Rückzug israelischer Truppen ist es im Südlibanon erneut zu tödlichen Zwischenfällen gekommen. Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium wurden mindestens 22 Menschen durch israelischen Beschuss getötet, darunter ein Soldat. Weitere 124 seien verletzt worden, darunter auch neun Minderjährige und ein Sanitäter. Anwohner hatten versucht, trotz der dort weiterhin stationierten israelischen Truppen in ihre Wohnorte im Süden zurückzukehren.

Die UN-Friedensmission im Libanon (Unifil) warnte, weitere Gewalt werde die fragile Sicherheitslage untergraben. Das israelische Militär «muss es vermeiden, auf libanesischem Gebiet auf Zivilisten zu feuern», mahnte Unifil. 

Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz hatten sich Ende November nach mehr als einjährigem Beschuss auf eine Waffenruhe geeinigt. Die Vereinbarung sah ursprünglich auch den Abzug der israelischen Truppen aus dem Libanon binnen 60 Tagen vor. Nach jüngsten israelischen Angaben wird sich dieser aber verzögern. Der Libanon habe seinen Teil der Vereinbarung noch nicht vollständig umgesetzt, begründete das Büro von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Entscheidung. Die libanesische Armee, die die Einhaltung der Waffenruhe sicherstellen und eine Rückkehr der Hisbollah in das Gebiet verhindern soll, rücke nicht schnell genug nach. 

Keine Angabe zu möglichen Opfern von Israels Armee

Israels Militär teilte auf Anfrage mit, Verdächtige hätten sich Truppen genähert und die israelischen Soldaten deshalb Warnschüsse abgegeben, um Bedrohungen abzuwenden. Mehrere Personen seien festgenommen worden und würden vor Ort verhört. Angaben zu möglichen Opfern machte die Armee zunächst nicht.

Seit dem frühen Sonntagmorgen hatten sich Anwohner in Orten im Süden nahe der israelischen Grenze versammelt, wie die Staatsagentur NNA berichtete. Fotos und Videos zeigten Anwohner mit gelben Fahnen der Hisbollah und Auto-Korsos mit Porträts des getöteten Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah. 

«Wir sind entschlossen, unsere Dörfer zu betreten - zu welchem Preis auch immer», sagte eine Frau namens Fatima der Deutschen Presse-Agentur. Ein Mann namens Mohammed sagte, er wolle mit seiner Familie sein Haus betreten. «Wir haben das Recht», sagte er. Ein Mann namens Ali sagte, die Frist von 60 Tagen für den vereinbarten Abzug der israelischen Truppen aus dem Libanon sei abgelaufen. «Sie hätten abziehen sollen. Sie sind Besatzer, und dies ist unser Land.»

Ein Video zeigte eine Gruppe von Anwohnern, die vor einem israelischen Panzer stehen, andere versammelten sich vor Blockaden der israelischen Armee auf Landstraßen. Teils gab es Aufnahmen von Frauen, die sich Panzern in den Weg stellen und dann auf israelische Soldaten einreden.

UN: Zustände erlaubten noch keine Rückkehr in den Süden

Die Zustände im Land erlaubten noch keine Rückkehr der Bewohner im Süden, erklärte UN-Sonderkoordinatorin Jeanine Hennis-Plasschaert. Die Gewalt im Land sei zwar deutlich zurückgegangen, es gebe aber immer wieder Verstöße gegen die UN-Resolution 1701. Deren Umsetzung sei der einzige Weg, um «das jüngste dunkle Kapitel des Konflikts zu beenden und ein neues zu öffnen», teilte Hennis-Plasschaert mit. UN-Resolution 1701 sieht unter anderem vor, dass sich die Hisbollah hinter den Litani-Fluss etwa 30 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze zurückzieht. Die libanesische Armee soll die Einhaltung der Vereinbarung überwachen. 

Die israelische Armee bemühte sich laut Augenzeugen, Anwohner so gut wie möglich aus Orten fernzuhalten, in denen die Truppen weiterhin stationiert sind. Man werde über Orte für eine sichere Rückkehr im Süden informieren, teilte die Armee mit. «Bis dahin bitten wir Sie abzuwarten.» Bisherige Anordnungen über nicht zugängliche Gebiete blieben wirksam.

Libanons Präsident Joseph Aoun erklärte: «Ich teile die Freude der Menschen im Süden über den Triumph der Gerechtigkeit und rufe sie zur Zurückhaltung auf und zum Vertrauen in die (libanesischen) Streitkräfte.»

Die libanesische Armee wiederum erklärte, sie könne ihre Truppen im Süden bisher nicht wie vereinbart stationieren. Sie würde Anwohner bei der Rückkehr begleiten. Die Armee warf dem israelischen Militär einen Bruch der Souveränität des Libanons und auch einen Bruch der Waffenruhe vor.

Konflikte / Nahost / Libanon / Israel
26.01.2025 · 18:25 Uhr
[0 Kommentare]
Thyssenkrupp (Archiv)
Duisburg - Die IG Metall hat davor gewarnt, dass bei Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) mehr als die bislang vereinbarten 11.000 Stellen gestrichen werden könnten. "Für uns sind die Vereinbarungen des Sanierungstarifvertrages unantastbar", sagte der Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe). "Wir sind davon überzeugt, dass sie ausreichen, um den Stahlbereich […] (00)
vor 20 Minuten
Photo: Avalon
(BANG) - Muse haben mehrere internationale Konzerte abgesagt und damit bei Fans weltweit für Enttäuschung gesorgt. Die britische Rockband hätte im Februar in Abu Dhabi, Johannesburg, Kapstadt und Bengaluru auftreten sollen, zog nun jedoch kurz vor Beginn der Termine die Reißleine. Als Grund nannte das Trio "unvorhergesehene Umstände", die außerhalb der eigenen Kontrolle lägen. In einer über Live […] (00)
vor 4 Stunden
Apple Creator Studio: Das neue All-in-One-Abo für Kreative ist da
Apple holt zum großen Schlag gegen Adobe aus und vereinfacht sein Software-Angebot radikal. Mit dem gestern vorgestellten „Apple Creator Studio“ bündelt der Konzern aus Cupertino erstmals seine leistungsstärksten Pro-Apps in einem einzigen Abonnement. Wer bisher einzeln für Final Cut Pro oder Logic Pro bezahlen musste, erhält nun Zugriff auf die gesamte Palette der Apple-Kreativwerkzeuge – und […] (00)
vor 5 Stunden
Helldivers 2: Premium-Kriegsanleihe „Zensiertes Regiment“ erscheint im Januar
Am 20. Januar erhalten Helldiver auf PlayStation 5, PC und Xbox Series mit der neuen Premium-Kriegsanleihe „Zensiertes Regiment“ Zugriff auf eine Vielzahl neuer Waffen und Ausrüstungsgegenstände für den intergalaktischen Krieg, welche Spielern die Möglichkeit geben, heimlich vorzugehen oder verbrannte Erde auf dem Schlachtfeld zu hinterlassen. „Kriegsanleihen” sind ein Live-Service in Helldivers […] (00)
vor 1 Stunde
«Euphoria» startet am 13. April bei Sky
Die gefeierte HBO-Drama-Serie kehrt zurück nach East Highland. Euphoria meldet sich mit ihrer dritten Staffel zurück. In Deutschland ist der Start für Sonntag, 13. April, bei Sky und dem Streamingdienst WOW angesetzt. Die Ausstrahlung erfolgt jeweils im Wochenrhythmus, parallel zur aktuellen US-Auswertung. Die ersten beiden Staffeln der HBO-Produktion sorgten international für enorme Aufmerksamkeit und brachten es insgesamt auf 25 Emmy- […] (00)
vor 2 Stunden
Statikprobleme sorgen für Absage des Spiels HSV gegen Bayer04
Hamburg (dpa) - Nach der kurzfristig abgesagten Bundesliga-Partie zwischen dem Hamburger SV und Bayer Leverkusen soll die Entscheidung über die Austragung des nächsten Spiels der Norddeutschen zeitnah fallen. Das teilte der HSV mit. Ob das für diesen Samstag um 15.30 Uhr geplante Spiel gegen Borussia Mönchengladbach wie geplant stattfinden könne, ließe sich derzeit noch nicht abschließend […] (00)
vor 32 Minuten
man, business, adult, suit, bitcoin, cryptocurrency, blockchain, crypto, formal, confident, corporate, success, lifestyle, modern, executive, gray business, gray company, bitcoin, bitcoin, cryptocurrency, crypto, crypto, crypto, crypto, crypto
Ethereum (ETH), die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung, hat sich aus einer mehrwöchigen Seitwärtsbewegung gelöst und wichtige Widerstände überwunden. Diese Entwicklung folgt auf ein gestiegenes Handelsvolumen und eine erhöhte Aktivität sowohl auf den Derivate- als auch auf den Spotmärkten. Ethereum durchbricht die Marke von $3.330 Ethereum hat die Marke von $3.330 […] (00)
vor 1 Stunde
Lir Life Sciences startet globale Anti-Adipositas-Offensive mit nadelfreier Therapie
Lüdenscheid, 14.01.2026 (lifePR) - LIR Life Sciences Corp. (ISIN: CA50206C1005 | WKN: A41QA9) dürfte mit ihrer innovativen Therapieplattform einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung von “Adipositas”, also starkes Übergewicht leisten – einem der drängendsten globalen Gesundheitsprobleme unserer Zeit. Mit der Entwicklung eines transdermalen Pflasters (ein Pflaster zum Aufkleben auf die Haut) zur […] (00)
vor 3 Stunden
 
Dänemark Fahnen (Archiv)
Nuuk - Nachdem US-Präsident Donald Trump zuletzt auf einer Annexion Grönlands beharrt und […] (00)
Anke Rehlinger (Archiv)
Saarbrücken - Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) wehrt sich gegen den […] (03)
winter, tree, frost, snow, cold, winter landscape, nature, landscape, winter magic, winter, winter, winter, winter, winter, snow, snow, snow, snow, winter landscape, nature, nature, landscape
Heutige Wetterlage Am Mittwoch, den 14. Januar 2026 ist es in weiten Teilen Deutschlands […] (00)
Grönland
Berlin (dpa) - Deutschland wird sich an einer Erkundungsmission auf Grönland beteiligen. Die Bundeswehr […] (00)
business, computer, security, currency, finance, bitcoin, money, digital, financial, technology, coin, crypto, blockchain, cryptography, gold, mining, virtual, bit-coin, btc, encrypted, cash, conceptual, wallet, golden, cryptocurrency, ethereum, litecoin,
Der Analyst Chris Beauchamp von IG berichtet, dass Bitcoin sich in einer fragilen Phase befindet, […] (00)
Andreas Wolff
Silkeborg (dpa) - Deutschlands Handball-Nationaltorhüter Andreas Wolff hat die Stimmung vor dem EM-Auftakt […] (00)
World of Warships erhält neue europäische Schlachtschiffe
Wargaming, Entwickler und Publisher des führenden historisch akkuraten Multiplayer-Marinespiels […] (00)
QVC Deutschland startet eigenen TikTok-Shop
Der Teleshopping-Anbieter setzt ab dem 14. Januar auf Social Commerce und erschließt TikTok als neuen […] (00)
 
 
Suchbegriff