Spanisches Migrationsmodell stößt in Deutschland auf geteilte Meinungen
Die jüngste Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur offenbart, dass in Deutschland die Auffassung über die Legalisierung von irregulären Migranten, wie sie in Spanien geplant ist, divergiert. Während viele westliche Staaten, darunter Deutschland, derzeit eine eher strenge Migrationspolitik verfolgen, verfolgt die linksgerichtete Regierung Spaniens unter Ministerpräsident Pedro Sánchez einen progressiveren Ansatz. Spanien beabsichtigt, den Status von etwa 500.000 Migranten zu legalisieren.
Der Plan der spanischen Regierung ist klar umrissen: Migranten, die bis zum 31. Dezember 2025 nachweisen können, dass sie sich bereits fünf Monate in Spanien aufgehalten haben und nicht straffällig geworden sind, sollen eine befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erhalten. Nach einem Jahr besteht die Möglichkeit, diese in eine reguläre Aufenthaltsgenehmigung umzuwandeln.
In Deutschland sähen dem Umfrageergebnis zufolge 47 Prozent der Befragten ein derartiges Modell positiv. Demgegenüber stehen 39 Prozent, die sich gegen eine solche Regelung aussprechen, während 14 Prozent sich in der Frage unsicher zeigten. Die spanische Regierung betrachtet die 'außerordentliche Regularisierung' als Maßnahme gegen den zunehmenden Fachkräftemangel und erwartet positive Effekte sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer.
Während in Deutschland keine vergleichbaren Legalisierungsinitiativen bestehen, gibt es immerhin stichtagsbezogene Regelungen, wie das Ende 2022 eingeführte Chancen-Aufenthaltsrecht. Dieses zielt darauf ab, geduldeten Migranten, die schon länger in Deutschland leben und ihren Lebensunterhalt selbstbestimmt verdienen, eine langfristige Perspektive zu bieten.
Interessanterweise zeigen die Umfrageergebnisse zudem, dass Anhänger von Grünen, Linken und SPD überdurchschnittlich häufig das spanische Modell befürworten. Im Gegensatz dazu steht die Zurückhaltung der Anhänger von AfD, welche die niedrigsten Zustimmungswerte aufweisen. Geschlechterunterschiede sind ebenfalls feststellbar: Frauen neigen zu einer positiven Sicht auf die spanischen Pläne, während Männer etwas kritischer sind. Bemerkenswerterweise wirken Geringqualifizierte skeptischer gegenüber der spanischen Migrationspolitik als Befragte mit höherem Bildungsabschluss.
Die Umfrage basiert auf der Befragung von 2.042 wahlberechtigten Personen, die im Zeitraum vom 6. bis zum 9. Februar befragt wurden.

