S&P 600: Klein, aber oho – Kleinkapitalisierte Aktien glänzen weiter
Der Aktienmarkt erlebte im Juli eine gemischte Entwicklung. Während der S&P 500 zu Beginn des Monats noch auf Rekordkurs war, geriet er zur Monatsmitte ins Stocken und büßte sämtliche Gewinne wieder ein. Anleger zogen ihr Geld aus den S&P 500-Titeln ab und investierten verstärkt in Small-Cap-Aktien. Diese Entwicklung wurde als „die große Rotation“ bekannt. Der SPDR Portfolio S&P 600 Small Cap ETF legte im Juli um beachtliche 10,8% zu, wohingegen der SPDR S&P 500 ETF den Monat lediglich 1,2% höher beendete.
Es gibt signifikante Gründe dafür, dass Small-Cap-Aktien die Large-Caps weiterhin übertreffen könnten. Zwei wichtige Marktindikatoren sprechen für eine anhaltende Rallye des S&P 600.
Zunächst sei die wieder wachsende Geldmenge in den USA erwähnt. Nach einer Phase starken Wachstums der Geldmenge im Jahr 2020, gefolgt von einem Rückgang bis 2022, befindet sich die Geldmenge seit Anfang dieses Jahres wieder im Aufwärtstrend. Seit April und Mai verzeichnet sie ein Plus von 0,6% und stieg im Juni um nahezu 1% im Vergleich zum Vorjahr. Sollte die Federal Reserve die Zinsen wie erwartet später in diesem Jahr senken, dürfte sich dieser Trend fortsetzen.
Khuram Chaudhry, Leiter der europäischen Quant-Strategie bei J.P. Morgan Securities, betrachtet diese Entwicklung als äußerst positiv für Small- und Mid-Cap-Aktien. Er weist darauf hin, dass eine steigende Geldmenge die Konzentration von Aktienmärkten verringert und somit kleineren Unternehmen besseren Zugang zu Kapital verschafft. Dies verringert deren Fremdkapitalkosten und führt dazu, dass Investoren vermehrt in kleinere Titel investieren.
Eine weitere treibende Kraft ist die weiterhin hohe Bewertungslücke zwischen dem S&P 500 und dem S&P 600, die zu Beginn des Monats den höchsten Stand seit Beginn des Jahrhunderts erreichte. Trotz der starken Performance der Small-Cap-Aktien schließt sich diese Lücke nur langsam.
Ende Juli betrug das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 20,6 und das des S&P 600 lag bei 15,4. Mit einer Differenz von 5,2 Punkten hat sich die Lücke im Vergleich zu den 7,4 Punkten Anfang Juli verringert, bleibt aber weiterhin groß. Historisch gesehen führt eine solche Bewertungslücke oft dazu, dass Small-Cap-Aktien besser performen. Zwischen Ende 2001 und Ende 2011 erzielte der S&P 600 eine Gesamtrendite von 98% gegenüber 33% des S&P 500. Auch 2022 hielt der S&P 600 im Vergleich zum S&P 500 besser durch, wodurch sich die Bewertungslücke erneut verkleinerte.
Angesichts der aktuellen Performance des S&P 600 scheint noch viel Potenzial vorhanden zu sein, bevor sich die Bewertungslücke zwischen Small- und Large-Caps normalisiert. Theoretisch sollten Small-Caps höhere Bewertungen unterstützen können, da kleinere Unternehmen in der Regel schneller wachsen als größere. Tatsächlich wies der S&P 600 von 2003 bis 2018 ein höheres erwartetes KGV auf als der S&P 500.
Der S&P 600 ist zwar nicht der am häufigsten verwendete Index zur Verfolgung von Small-Cap-Aktien, diese Position nimmt der Russell 2000 ein. Dennoch haben sich viele prominente Investoren vor der großen Rotation für Russell 2000-Indexfonds entschieden. Der S&P 600 hingegen setzt auf profitablere Unternehmen, was die Qualität der im Index enthaltenen Firmen erhöht. Small-Cap-Wachstumsaktien, die historisch gesehen die schlechteste Marktsegmente darstellen, sind somit unterrepräsentiert.
Es gibt viele Möglichkeiten, in diesen Markt zu investieren und die oben genannten Indikatoren zu interpretieren. Doch eines sollte immer bedacht werden: Kein Marktindikator oder Analyst kann die Zukunft vorhersagen. Wer den initialen Anstieg der Small-Cap-Aktien verpasst hat, könnte dennoch die Gelegenheit haben, langfristig von diesem Trend zu profitieren. Der SPDR S&P 600 ETF ist dafür eine attraktive Investitionsmöglichkeit.

