Softbank vollzieht unerwartete Portfolio-Korrektur und stärkt KI-Investitionen
Der japanische Technologieriese Softbank hat jüngst mit einer überraschenden Entscheidung auf dem globalen Finanzparkett für Aufsehen gesorgt. Das von Masayoshi Son geleitete Unternehmen hat seine restlichen Nvidia-Anteile vollständig verkauft, was der Kasse 5,8 Milliarden US-Dollar eingebracht hat. Der Verkauf von 32,1 Millionen Nvidia-Aktien markiert einen bedeutenden Schritt für das Konglomerat, das einst einer der größten Anteilseigner des mittlerweile weltweit höchstbewerteten US-Chipriesen war.
Doch nicht nur Nvidia-Aktien wurden veräußert. In einem weiteren bemerkenswerten Schachzug trennte sich Softbank in den Monaten Juni bis September von seinen Anteilen an der Deutschen-Telekom-Tochter T-Mobile US. Diese Transaktion brachte weitere 9,2 Milliarden Dollar ein. Diese Liquiditätsflüsse folgen einem strategischen Kurswechsel, den Son verfolgt, nämlich, einen stärkeren Fokus auf eigene KI-Investments zu legen.
Seit März dieses Jahres hat Softbank bereits 7,5 Milliarden Dollar in den prominenten Chatbot-Entwickler OpenAI investiert und plant, diese Summe auf 30 Milliarden Dollar zu erhöhen. Diese Investition ist Teil von "Stargate", einem großangelegten Programm zur Entwicklung von KI-Rechenzentren, das von US-Präsident Donald Trump initiiert wurde. Unternehmen wie Oracle, OpenAI sowie der Investor MGX aus Abu Dhabi sind ebenfalls Teil dieser ausgedehnten Partnerschaft, die bis zu 500 Milliarden Dollar an Kapital umfassen soll.
Trotz der massiven Umschichtungen erlebte die Softbank-Aktie in diesem Jahr einen beachtlichen Höhenflug mit einem Anstieg von nahezu 150 Prozent, befeuert durch den AI-Boom und dem gelungenen Verkauf der Nvidia-Aktien. Diese Erfolge spiegelten sich auch in Softbanks Geschäftszahlen wider: Im zweiten Quartal, das Ende September abschloss, überraschte das Unternehmen mit einem Nettogewinn von 2,5 Billionen Yen, weit über den Erwartungen der Analysten.

