Söder verteidigt Bayerns Feiertage: Keine Streichung zur Schuldenfinanzierung
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder stellt sich entschlossen gegen die Idee, zur Finanzierung geplanter Milliardenschulden einen Feiertag in Deutschland abzuschaffen. Söder betont, dass Feiertage ein unverzichtbarer Bestandteil der kulturellen Identität Bayerns sowie der christlichen Tradition des Freistaates seien. Besonders hervorzuheben sei die Situation in Bayern, dem Bundesland mit den meisten Feiertagen – insgesamt 13. Die Stadt Augsburg genießt sogar den Luxus eines zusätzlichen Feiertags, dem Augsburger Friedensfest am 8. August.
Trotz der hartnäckigen Forderungen von Ökonomen, die Abschaffung eines Feiertags zu überdenken, um die nötigen Finanzmittel für wichtige Projekte in Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz zu generieren, bleibt Bayern bei seiner ablehnenden Haltung. Die von der Union, SPD und Grünen verhandelten Pakete haben bereits den Bundestag passiert und müssen noch den Bundesrat passieren. Hierfür ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, die als gesichert gilt.
Clemens Fuest, Präsident des Münchener Ifo-Instituts, sprach sich bereits im März für die Kürzung eines Feiertags aus, um das Arbeitskräfteangebot zu erhöhen. Er warnte, dass mehr Urlaub und kürzere Arbeitszeiten der falsche Weg seien, um Inflation zu verhindern und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln) legen nahe, dass ein zusätzlicher Arbeitstag ein Wirtschaftswachstum von bis zu 8,6 Milliarden Euro bewirken könnte. Statistisch gesehen, führt jeder fehlende Arbeitstag zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,1 Prozent.

