Sneaker-Manie trotzt rückläufigem Schuhmarkt
Während der allgemeine Schuhmarkt in Deutschland eine leichte Delle durch den Konsumrückgang erleidet, erwies sich die Nachfrage nach Sneakern als äußerst robust. Laut den jüngsten Einblicken des Handelsforschungsinstituts IFH Köln markiert der Boom dieser beliebten Freizeitschuhe einen bemerkenswerten Gegensatz zur generellen Sparneigung der Deutschen. Marktexperte Hansjürgen Heinick überzeugt, dass die Sneaker-Welle auch in Zukunft ungebrochen bleibt.
Nach aktuellen Daten erreichten die Sneaker-Verkäufe im vergangenen Jahr beeindruckende 2,7 Milliarden Euro und verzeichnen damit einen Anstieg von einem Drittel im Vergleich zu 2018. Heinick erklärt diesen Erfolg mit der Vielseitigkeit und Bequemlichkeit von Sneakern, die zunehmend als modisch akzeptiert gelten und in Preisvergleichen oft günstiger abschneiden als klassische Ledermodelle.
Der Sneaker erhebt mittlerweile einen Marktanteil von über 28 Prozent und könnte bis 2025 auf 29,5 Prozent klettern. Trotz dieser dynamischen Entwicklung leidet der gesamte Schuheinzelhandel unter den gedämpften Konsumausgaben. Deichmann, als führender Player im Markt, spürt den Konsumdrang der Kunden als verhalten.
Mit Blick auf das Jahr 2025 erwartet Heinick eine lediglich marginale Umsatzsteigerung von 0,2 Prozent. Der Strukturwandel ist deutlich: Die Zahl der Schuhhändler hat sich seit dem Jahr 2000 drastisch reduziert. Zudem erfährt der Online-Handel mit einem Anteil von 37 Prozent am Gesamtumsatz in Deutschland gegenüber 24 Prozent vor der Pandemie einen deutlichen Aufschwung.
Die Modebranche steht vor erheblichen Herausforderungen, geprägt von stagnierenden Erlösen und steigenden Betriebskosten, wie aus den Erhebungen des Branchenverbands BTE hervorgeht. Ein weiterer Druck auf die Unternehmen ist aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht auszuschließen.

