Siltronic: Gedämpfte Nachfrage belastet Geschäftsausblick
Der Wafer-Hersteller Siltronic sieht sich weiterhin mit einer schwachen Nachfrage konfrontiert. Insbesondere Hersteller von Logik-Chips halten sich aufgrund hoher Lagerbestände mit Bestellungen zurück. Die künftige Erholung des Marktes bleibt ungewiss.
Siltronic-Chef Michael Heckmeier bekräftigte zwar die Umsatzprognose für 2025 auf Vorjahresniveau, zeigte sich jedoch bezüglicher der operativen Gewinnmarge vorsichtiger. Die Unsicherheiten werden zusätzlich durch die US-Zollpolitik verstärkt, was auch die Aktie erneut unter Druck setzte. „Einen wesentlichen direkten Einfluss der Zollpolitik auf Siltronic erwarten wir derzeit nicht“, erklärte der CEO. Dennoch seien die langfristigen Auswirkungen auf die Endmärkte unklar.
Eine geschwächte Weltwirtschaft, befeuert durch potentielle Dämpfer im Verbrauchervertrauen, könnte die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik und Fahrzeugen beeinträchtigen, was wiederum die Bestellungen an Siltronic belasten würde. Das im SDax notierte Unternehmen rechnet nun damit, dass der Umsatz im ersten Halbjahr 2025 um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz unter dem des zweiten Halbjahres 2024 liegen wird. Für das restliche Jahr bleibt der Ausblick ebenfalls gedämpft.
Die Ebitda-Marge wird 2025 zwischen 21 und 25 Prozent erwartet, gegenüber früheren Prognosen von 22 bis 27 Prozent. Im ersten Quartal sank der operative Gewinn um 12,5 Prozent auf 78,3 Millionen Euro, trotz eines Umsatzanstiegs von über zwei Prozent auf 345,8 Millionen Euro. Das Nettoergebnis fiel um etwa ein Viertel auf 4,3 Millionen Euro.
Analyst Constantin Hesse von Jefferies merkte an, dass die Unsicherheiten bereits im Aktienkurs berücksichtigt sind. Trotzdem fiel der Kurs bis Mittwochmittag um über vier Prozent auf 37,40 Euro und erweiterten den bisherigen Jahresverlust auf fast 20 Prozent.

