Siemens plant milliardenschweren Zukauf in den USA: Altair im Visier
Der deutsche Technologieriese Siemens plant, sein Engagement im Softwarebereich mit einer bedeutenden Akquisition in den USA zu erweitern. Der Konzern beabsichtigt, die Kontrolle über Altair Engineering durch ein Angebot von 113 US-Dollar pro Aktie zu gewinnen, was Altair insgesamt mit etwa 10 Milliarden US-Dollar bewertet – eine gewaltige Investition, die die internationalen Ambitionen von Siemens unterstreicht.
Altair Engineering, bekannt für seine Softwarelösungen in der Luftfahrt-, Automobil-, Energie- und Finanzdienstleistungsbranche, soll den Münchener Konzern dabei unterstützen, seine Position im Bereich der Industrie-Software zu stärken. Mit der zunehmenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz rechnet Siemens mit einem Anstieg der Nachfrage nach solchen Dienstleistungen.
Dieser Schritt markiert die größte Akquisition für Siemens seit dem Kauf von Dresser-Rand im Jahr 2015. Dennoch wird der Kaufpreis durch interne Mittel und strategische Bilanzmanöver finanziert. Siemens hofft, die Übernahme durch erhebliche Synergien zu rechtfertigen. Im digitalen Geschäftsbereich wird ein Umsatzwachstum von ca. acht Prozent und ein langfristiger Umsatzeffekt von über einer Milliarde Dollar jährlich erwartet.
Die Übernahme soll bis zur zweiten Jahreshälfte 2025 abgeschlossen sein, und Siemens rechnet im zweiten Jahr nach der Akquisition mit positiven Auswirkungen auf das EBITDA von über 150 Millionen Dollar jährlich. Diese Übernahme ist nicht nur ein Geschäftsmove, sondern Teil der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens, um sich vermehrt auf die Digitalisierung und Kernaktivitäten zu konzentrieren, während Randaktivitäten abgestoßen werden.
Durch den Abgang von Geschäftsbereichen wie Innomotics und den Erhalt signifikanter Anteile an börsennotierten Unternehmen, etwa Siemens Healthineers, verschafft sich Siemens die notwendige Finanzkraft, um diese Transaktion zu realisieren.

