Serbische Protestwelle: Der Ruf nach Erneuerung
In Serbien untermalen tausende Demonstrierende ihren Ruf nach einer dringend erforderlichen Parlamentswahl, während der gesamte Staat in Proteststimmung versetzt wird. "Erhebe dich, Serbien!" lautet das Motto der Versammlungen, die sich von Belgrad über Novi Sad und Nis bis nach Kraljevo und weiteren 25 Städten erstrecken. Der Nachrichtensender N1 berichtet von einem symbolträchtigen Moment, als Studentinnen und Studenten zeitgleich um 20 Uhr auf den Kundgebungen einen Appell verlesen, der die geforderte Neuwahl als essentiellen Wendepunkt deklariert.
Die Ursprünge dieser massiven Unzufriedenheit lassen sich bis zum Einsturz eines Bahnhofsgebäudes in Novi Sad im letzten Jahr zurückverfolgen, bei dem 16 Menschen ihr Leben verloren. Seitdem sind landesweite Proteste entfacht, angeheizt durch Vorwürfe gegenüber Präsident Aleksandar Vucic. Kritiker und unabhängige Fachleute machen desaströses Management und Korruption verantwortlich, während Vucic selbst in der Kritik steht, mit harter Hand über die Justiz, Medien und Polizei zu regieren.
Besonders Studierende stechen hervor, indem sie seit November des Vorjahres die Initiative übernehmen, Universitäten besetzen und zu Demonstrationen aufrufen. Die Protestbewegung hat breiten Zuspruch gefunden, während sie drängend auf eine rasche Neuwahl pocht. Präsident Vucic jedoch bleibt in seiner Haltung fest, nur innerhalb der nächsten anderthalb Jahre einen solchen Schritt in Betracht zu ziehen, ungeachtet der lauter werdenden Forderungen aus der Bevölkerung.

