Selenskyjs scharfe Worte in Davos: Europäische Zukunft auf dem Prüfstand
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos deutliche Kritik an seinen europäischen Partnern und der Nato geübt. Er warf seinen Verbündeten vor, dass sie zu zögerlich seien, wenn es darum gehe, sein Land im laufenden Konflikt mit Russland tatkräftig zu unterstützen. Selenskyj betonte, dass Europa zwar gerne weitreichende Diskussionen über kommende Perspektiven führe, jedoch im Hier und Jetzt nicht den Mut zu entschlossenen Handlungen finde. Diese seien aber entscheidend, um die Art der Zukunft zu definieren, die bevorsteht.
In seiner Kritik an der Nato stellte er in Frage, ob das transatlantische Verteidigungsbündnis mehr als ein Konstrukt des Vertrauens sei, das allein durch die Annahme existiert, die USA würden im Notfall intervenieren. Er bemerkte zudem, dass bisher niemand das Bündnis im Einsatz erlebt habe und forderte eine Verstärkung der militärischen Kapazitäten.
Unmittelbar vor seiner Ansprache in Davos hatte Selenskyj ein Gespräch mit US-Präsident Donald Trump geführt, bei dem jedoch keine wesentlichen Durchbrüche erzielt wurden. Trump betonte vor der Presse, dass noch ein langer Weg vor ihnen liege, um bestehende Streitpunkte auszuräumen.

