Selenskyj kritisiert Verhandlungsergebnisse in Genf als unzureichend
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Unzufriedenheit über die Ergebnisse der zweitägigen Genfer Verhandlungen mit russischen Vertretern geäußert. Laut einer abendlichen Videobotschaft aus Kiew seien die Ergebnisse der Gespräche, die unter US-amerikanischer Vermittlung stattfanden, bislang unzureichend. Er bemängelte insbesondere eine mutmaßliche Verzögerungstaktik seitens der russischen Delegation.
Während militärische Themen ernsthaft besprochen wurden, blieben entscheidende politische Fragen und mögliche Kompromisse weitgehend unerörtert. Besonders enttäuscht zeigte sich Selenskyj darüber, dass sein Vorschlag für ein direktes Treffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin ignoriert wurde. Putin hatte zwar Gespräche angeregt, jedoch ausschließlich in Moskau, was Selenskyj ablehnt.
Ein weiterer Streitpunkt bei den Genfer Verhandlungen waren humanitäre Fragen wie der Austausch von Gefangenen. Obwohl es in der Vergangenheit bei Treffen in Istanbul und Abu Dhabi Erfolge gab, blieb dieses Thema aktuell ungelöst. Hoffnungsvoll blickt die Ukraine nun auf weitere Verhandlungen im Februar, worüber jedoch weder Datum noch Ort festgelegt wurden.
Selenskyj begrüßte die Anwesenheit hochrangiger europäischer Vertreter aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien bei den Gesprächen in Genf und betonte die Bedeutung Europas in diesem Prozess. Dank gebührte den USA für deren Vermittlungsrolle. Trotz der Bemühungen ist ein Ende des russischen Angriffskriegs nicht in Sicht, da der Konflikt bald in sein fünftes Jahr gehen wird.

