Selenskyj in Den Haag: Internationale Kommission für Kriegsschäden auf dem Prüfstand
Nach intensiven Gesprächen in Berlin setzt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine diplomatische Mission in Den Haag fort, wo er an einer bedeutsamen Konferenz teilnimmt. Im Zentrum der Zusammenkunft steht die Einrichtung einer internationalen Kommission, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Entschädigungen für die Ukraine, das durch den russischen Angriff geschädigt wurde, zu regeln. Hochrangige europäische Entscheidungsträger planen die Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens, welches künftig die Grundlage für die Bearbeitung dieser Ansprüche bilden soll.
Bereits seit 2023 existiert in Den Haag ein Register für die Kriegsschäden in der Ukraine, das bislang rund 80.000 Schadensersatzansprüche erfasst hat. Diese Ansprüche, die sowohl von Privatpersonen als auch von verschiedenen Organisationen und öffentlichen Einrichtungen eingereicht wurden, bedürfen einer eingehenden Bewertung durch die neu gegründete Kommission.
Neben der Teilnahme an der Konferenz wird Selenskyj die Gelegenheit nutzen, vor dem niederländischen Parlament eine Ansprache zu halten, und sich mit dem geschäftsführenden Ministerpräsidenten Dick Schoof zu Gesprächen zu treffen. Der Nachmittag seines Besuchs sieht ein Treffen mit König Willem-Alexander vor.
Die Niederlande haben sich seit Beginn des Konflikts als einer der wichtigsten Unterstützer Kiews hervorgetan. Das niederländische Verteidigungsministerium beziffert die militärische Unterstützung seit Kriegsbeginn auf beeindruckende 8,7 Milliarden Euro.

