Sci-Fi-Horror ROUTINE bricht sein jahrzehntelanges Schweigen mit eisigem Gameplay
ROUTINE, das albtraumhafte Sci-Fi-Horror-Erlebnis von Lunar Software, ist der Inbegriff eines Phantoms. Nach seiner erstmaligen Ankündigung im Jahr 2012 wurde es still um die verlassene Mondbasis. Doch nun, nach über einer Dekade, durchbricht ein neues, von IGN veröffentlichtes Video endlich die gespenstische Ruhe und gewährt uns einen eisigen Einblick in die Mechaniken des Überlebens.
Das Interface der Verzweiflung
Der frische Clip macht unmissverständlich klar, dass dein Intellekt deine wichtigste Waffe sein wird. Von Anfang an konfrontiert dich das Spiel mit klobigen Computer-Terminals, deren spezielle Benutzeroberfläche direkt aus einer analogen Zukunftsvision der 80er Jahre zu stammen scheint. Hier navigierst du durch systemnahe Menüs, um deine Kernwerkzeuge aufzurüsten. Eines dieser essenziellen Instrumente ist das C.A.T. (Cosmonaut Assistance Tool), das weniger eine Waffe als vielmehr ein multifunktionales Wartungsgerät darstellt. Mit ihm neutralisierst du magnetische Interferenzen oder löst Umgebungsrätsel, doch gegen die lauernden Bedrohungen bietet es kaum direkten Schutz. Diese bewusste Entscheidung für Hilflosigkeit untermauert die beklemmende Atmosphäre auf brillante Weise.
Ein Labyrinth aus Code und Korridoren
Das Rätseldesign in ROUTINE schöpft seine Inspiration erkennbar aus der realen Welt der Computerprogrammierung. Anstatt simple Schalterrätsel zu lösen, musst du Diagnosen und Fehlercodes verschiedener Systeme analysieren. Dein Überleben hängt davon ab, ob du die logischen Zusammenhänge der fehlerhaften Maschinen verstehst und die richtigen Befehle eingibst, um Pfade freizuschalten. Nach der Lösung eines solchen Puzzles wirft dich das Gameplay in dunkle, klaustrophobische Korridore, wo der eigentliche Terror wartet. Die letzten Momente des Videos zeigen eindrücklich die gnadenlose Stealth-Komponente: Du musst dich lautlos durch Räume und Gänge bewegen, immer im Schatten bleibend, um den patrouillierenden, scheinbar feindseligen Robotern nicht in die optischen Sensoren zu geraten.
Eine Dekade der Hingabe
Die lange und von Funkstille geprägte Entwicklungszeit war für viele ein Grund zur Sorge. Das kleine Team von Lunar Software hat diese Bedenken nun adressiert und die Stille mit ihrer geringen Größe und der Notwendigkeit begründet, sich voll und ganz auf die Fertigstellung des ambitionierten Titels zu konzentrieren. Die Entwickler entschuldigten sich für die entstandene Frustration, bekräftigten jedoch, dass sich das Projekt nach wie vor in sehr aktiver Entwicklung befindet. Diese Hingabe scheint sich nun auszuzahlen, denn der visuelle Stil ist einzigartig und die Gameplay-Konzepte sind erfrischend anders. Mit der Ankündigung, dass ROUTINE noch in diesem Jahr für PC und Xbox Series X/S erscheinen soll, scheint das Warten auf dieses einzigartige Horror-Erlebnis endlich ein Ende zu finden.


