Schwere Verwüstungen durch Hurrikan 'Melissa' in der Karibik
Hurrikan 'Melissa' hat in den letzten Tagen mehrere Länder in der Karibik hart getroffen und Verwüstungen hinterlassen. Der Sturm, zuletzt als Hurrikan der Kategorie 2 klassifiziert, bewegt sich nun Richtung Bermuda im Nordatlantik, nachdem er zuvor über die Bahamas hinweggezogen war. Auf Jamaika sind die Flughäfen mittlerweile wieder für Hilfsflüge geöffnet.
Insgesamt hat 'Melissa' in den betroffenen Ländern eine Spur der Zerstörung hinterlassen, die nach ersten Schätzungen bereits etwa 40 Menschenleben gefordert hat. Besonders stark hat Jamaika unter dem Hurrikan gelitten, der dort als Kategorie-5-Sturm wütete. Mindestens neun Menschen kamen ums Leben, während Rettungskräfte unter erschwerten Bedingungen versuchen, die Straßen von umgestürzten Bäumen zu befreien.
Bilder aus der Region zeigen das Ausmaß der Zerstörung: Überflutete Straßen, beschädigte Krankenhäuser, Schulen und Brücken zeugen von der Gewalt des Sturms. Im südwestlichen Black River wurden 90 Prozent der Häuser beschädigt, viele historische Gebäude sind komplett zerstört.
Trotz der Schäden konnten wichtige Flughäfen auf Jamaika bereits wieder für Hilfsflüge geöffnet werden. Rund 25.000 Touristen befinden sich laut der Regierung des Landes auf der Insel, darunter auch zahlreiche deutsche Staatsangehörige. Reiseveranstalter Dertour sorgt für die sichere Unterbringung der Touristen und hat Flüge auf den 1. November verschoben.
Neben Jamaika hat auch Kuba stark unter 'Melissa' gelitten. Besonders der Osten der Insel wurde von schweren Überschwemmungen heimgesucht, die erhebliche Schäden an der Infrastruktur verursachten. Viele Gebiete sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten, obwohl Todesopfer bislang nicht gemeldet wurden.
In Haiti hat der Wirbelsturm hingegen eine hohe Zahl von Opfern gefordert: Mindestens 30 Menschen starben, als ein Fluss über die Ufer trat. Besonders betroffen war die Gemeinde Petit Goâve, während weiterhin zahlreiche Menschen als vermisst gelten.
Klimaforscher mahnen indes, dass Hurrikans dieser Intensität durch den Klimawandel immer wahrscheinlicher werden. Eine Studie des Imperial College London zeigt, dass die globale Erderwärmung die Wahrscheinlichkeit eines solchen Sturms vervierfacht hat und die Windgeschwindigkeiten um sieben Prozent steigen ließ.

