Schweiz zeigt Flagge: Diplomatische Balanceakte zwischen Teheran und Washington
Die diplomatischen Wellen schlagen hoch in Bern: Die Schweiz hat den iranischen Botschafter einbestellt, um die besorgniserregende Gewalt der iranischen Sicherheitskräfte mit deutlichen Worten zu verurteilen. Diese Geste unterstreicht das deutliche Nein der Schweiz zu jeglichen Formen der Todesstrafe. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) betonte, dass diese Form der Gewalt unverständlich sei, eine Aussage, die von einer EDA-Mitarbeiterin gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS bekräftigt wurde.
Gleichzeitig agiert die Alpenrepublik als Brückenbauer in den teils angespannten Beziehungen zwischen den USA und dem Iran. Gabriel Lüchinger, Chef der Abteilung Internationale Sicherheit im Außenministerium, führte hierzu ein bedeutendes Telefonat mit Ali Laridschani, dem Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Irans. Die Schweiz bot in diesem Gespräch aktiv ihre Vermittlungsdienste an, in der Hoffnung, die Lage zu beruhigen.
Während US-Präsident Donald Trump weiterhin mit scharfen Worten gegen den Iran wettert, spielt die Schweiz eine Sonderrolle: Sie vertritt die Interessen der USA in Teheran seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen im Jahr 1980. Zürich reiht sich in die Vielzahl der Städte weltweit ein, die Solidaritätsdemonstrationen für die iranischen Demonstranten abhalten. Trotz besorgniserregender Berichte von Menschenrechtsgruppen, die von über 3.000 Toten sprechen, bleiben diese Zahlen noch unbestätigt.

