Schwarzbuch Börse: Soziale Medien im Fadenkreuz des Anlagebetrugs
Eine besorgniserregende Welle des Anlagebetrugs breitet sich in den sozialen Medien aus, warnt die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) in ihrem neuesten Bericht, dem „Schwarzbuch Börse“. Die digitale Vernetzung erweise sich als zweischneidiges Schwert, das Tätern einen leichten Zugang zu potenziellen Opfern verschaffe.
Die Plattformen sind übersät mit gefälschten Profilen, und es vergeht kaum ein Tag ohne Nachrichten über neue Betrugsfälle. Betrüger nutzen oftmals gestohlene Identitäten von Prominenten, um in sozialen Netzwerken und über künstlich erzeugte Promis unrealistische Renditeversprechen zu verbreiten.
Diese Täter operieren häufig aus dem Ausland, was eine strafrechtliche Verfolgung erschwert. Besonders in Nordrhein-Westfalen wird laut SdK ein Schaden von mehreren Hundert Millionen Euro bis 2024 befürchtet, während die Dunkelziffer noch weit höher sein könnte.
Außerhalb der sozialen Medien lauert die Gefahr auf falschen Kryptowährungs- und Handelsplattformen. Die Finanzaufsicht Bafin hat bereits zahlreiche Warnungen veröffentlicht.
Die SdK ruft Verbraucher zur Vorsicht auf und betont die Notwendigkeit von mehr Finanzbildung anstelle von blinder Regulierungswut. Nur durch fundierte Aufklärung können Anleger lernen, falsche Versprechen zu entlarven und sich vor finanziellem Schaden zu schützen.

