Schon in jungen Jahren eine Zusatzrente ansparen?
Rechtzeitig eine Zusatzrente aufbauen

29. Januar 2025, 15:00 Uhr · Quelle: LifePR
Junge Menschen sollten bei der Altersvorsorge auf Flexibilität und Rendite achten, anstatt sich langfristig an unvorteilhafte Produkte zu binden. Geförderte Renten wie Riester und Rürup sind oft unattraktiv, während fondsgebundene Policen mit kostengünstigen ETFs eine bessere Option darstellen.

Utting, 29.01.2025 (lifePR) - Natürlich, denn beim Vermögensaufbau ist Zeit Geld. Allerdings müssen Sie genau prüfen, in welche Altersvorsorge beziehungsweise welches Anlageprodukt Sie investieren. Gerade junge Menschen sollten sich nicht jahrzehntelang an einen Anbieter binden. Sie brauchen finanzielle Flexibilität und müssen auf ihr Erspartes zugreifen können, wenn sich die Lebensumstände ändern – etwa die Familiengründung oder ein Hauskauf ansteht. Verbraucherschützer Nauhauser sieht ein großes Problem: Altersvorsorgeprodukte sind ein gutes Geschäft – vor allem für die Finanzindustrie. “Es wird verkauft, was Provision bringt”, weiß der Finanzexperte. Für junge Menschen sei es daher schwierig, eine für sie geeignete Vorsorgelösung zu finden.

Geförderte Zusatzrenten sind oft ein Minusgeschäft

Staatlich geförderte Renten stehen seit Jahren in der Kritik. Die garantierte lebenslange Rente, die den Ruhestand finanziell absichern soll, fällt nach Abzug von Kosten und Steuern oft mager aus. Das Problem ist das dahinterliegende Produkt: Die meisten Riester- und alle Rürup-Renten sind Lebens- oder Rentenversicherungen, für die es – zumindest in der klassischen Variante – kaum Zinsen gibt. In den vergangenen drei Jahren lag der Garantiezins bei 0,25 Prozent. Dieses Jahr steigt er erstmals wieder auf ein Prozent. Inklusive der nicht garantierten Überschussbeteiligung lag die durchschnittliche Verzinsung auf den Sparanteil 2024 bei knapp 2,5 Prozent. 2025 könnten über drei Prozent drin sein. Nach Abzug der meist hohen Kosten rutschen viele Verträge aber schnell ins Minus. Verbraucherschützer raten daher von solchen Policen ab.

Mehr Rendite versprechen fondsgebundene Verträge, die angesparte Gelder am Aktienmarkt investieren – am besten in kostengünstige Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs), die Kundengelder breit gestreut anlegen. Doch auch hier lohnt sich ein kritischer Blick: Denn gerade bei der späteren Verrentung des Kapitals machen viele Versicherer eine schlechte Figur. Sie kalkulieren mit einer so hohen Lebenserwartung, dass Sparer weit über 90 Jahre alt werden müssen, um die eingezahlten Gelder zurückzubekommen. Manche Anbieter versuchen sogar im Nachhinein den Rentenfaktor zu kürzen. Dieser legt fest, wie viel Monatsrente Senioren pro 10.000 Euro angespartem Kapital erhalten. Bei einem Rentenfaktor von 30 und einem Kapitalstock von 80.000 Euro bekämen Sie monatlich 240 Euro ausgezahlt. Bei einem Faktor von 25 sind es bereits 40 Euro weniger. Die Bürgerbewegung Finanzwende und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen klagen gegen Versicherer, die Rentenzahlungen von Sparern gekürzt haben. Wer eine geförderte Altersrente wie Riester oder Rürup, aber auch eine private Rentenpolice abschließen möchte, sollte daher neben Kosten und Rendite auf einen hohen Rentenfaktor achten, der vertraglich garantiert ist.

Riester: Nur mit hoher Förderquote und Fondssparen

Um es kurz zu fassen: Riestern lohnt sich derzeit nicht. Warten Sie lieber ab, denn auch die nächste Regierung wird eine Reform der Förderrente auf ihre Agenda setzen. Es braucht mehr Flexibilität und Rendite – daher auch die Idee eines geförderten Altersvorsorgedepots. In ihrer jetzigen Form ist die Riester-Rente ein Ladenhüter. Die durchschnittliche Auszahlung liegt bei mageren 132 Euro. Der vorgeschriebene Kapitalerhalt und die Inflation machen die geförderte Zusatzrente unrentabel. “Die Anbieter kassieren außerdem hohe Kosten und kalkulieren mit langen Lebenserwartungen, was die Renten erheblich mindert”, kritisiert Nauhauser. Für Berufseinsteiger ist Riester völlig ungeeignet: Wer sein Geld vorher braucht, riskiert bei einer Vertragskündigung hohe Verluste und verliert die Förderung.

Kinderreiche Familien mit geringem Einkommen profitieren jedoch von einer hohen Förderquote. Durch die staatlichen Zulagen von 175 Euro pro Person sowie 300 Euro für jedes ab 2008 geborene Kind zahlen sie selbst weniger in den Vertrag ein. Die volle Förderung bekommen Beschäftigte, wenn sie selbst mindestens vier Prozent ihres Vorjahreseinkommens beisteuern. Sonst wird anteilig gekürzt. Maximal werden Einzahlungen bis 2.100 Euro pro Jahr gefördert. Diesen Betrag können Sie steuerlich absetzen. Das Finanzamt prüft dann, was günstiger ist: Zulagen oder Steuervorteil.

Tipp: In diesem Ratgeber von biallo.de finden Sie ein Berechnungsbeispiel für eine Riester-Rente.

Rürup: Eher für Gutverdiener und Selbstständige

Die geförderte Rürup-Rentenversicherung ist als Basisabsicherung für Selbstständige gedacht, die keine oder nur eine geringe gesetzliche Rente zu erwarten haben. Aber auch gutverdienende Beamte und Angestellte können profitieren, weil sie steuerbegünstigt hohe Beträge einzahlen können und so ihre Steuerlast drücken. Für Berufseinsteiger ist die Basisrente nicht geeignet, da das Kapital nur als lebenslange Rente ausgezahlt werden darf. Sie können weder aus dem Vertrag aussteigen noch Kapital entnehmen. Vor Ihrem 62. Geburtstag kommen Sie nicht an Ihr Erspartes. Wollen Sie früher in Rente gehen, brauchen Sie andere Finanzierungsquellen. Ein weiteres Minus: Sterben Sie vorzeitig, ist die Rente weg. Zwar können Sie eine Rentengarantiezeit vereinbaren, um die Familie abzusichern, doch das kostet mehr.

Für Selbstständige, die sich eine insolvenzgeschützte lebenslange Rente aufbauen wollen, ist Rürup eher geeignet. Wie bei allen Versicherungsprodukten sollten Sie aber auch hier die Kosten kritisch prüfen. Zwar müssen Versicherer – anders als bei Riester – eingezahlte Beträge nicht garantieren, wodurch renditestärkere Anlagen in Fonds und ETFs möglich sind. Versicherer wie Europa, Debeka oder Canada Life lassen Ihnen die Wahl: Sie können Ihr Garantieniveau selbst bestimmen. Je nach Wunsch legen die Assekuranzen 50 bis 100 Prozent der eingezahlten Gelder am Aktienmarkt an. Doch oft steigen bei erfolgreicher Kapitalanlage auch die Kosten, besonders bei aktiv gemanagten Fonds. Die besten Ergebnisse erzielen daher Verträge, die auf preisgünstige ETFs setzen und niedrige Verwaltungskosten berechnen, wie etwa die Basisrente der Europa Versicherung. Die Verwaltungskostenquote beträgt 0,76 Prozent. Generell gilt für alle Rentenversicherungen, ob mit oder ohne Förderung: Verbraucher müssen die Gebühren kritisch prüfen – teure Abschlusskosten gilt es zu vermeiden.

Lohnen sich private Zusatzrenten von Versicherern?

In der klassischen Form mit geringer Verzinsung sicher nicht. Nur mit fondsgebundenen Policen, die einen Großteil der eingezahlten Gelder breit gestreut in Fonds und ETFs investieren, lässt sich ein ausreichend großes Vermögen aufbauen, um sich im Alter die benötigte Zusatzrente auszahlen zu können. Haben Sie noch 20 oder 30 Jahre Zeit bis zum Ruhestand, können Sie den Garantieanteil geringhalten oder ganz darauf verzichten. So erzielen Sie langfristig höhere Renditen, müssen aber auch vorübergehende Kursverluste aushalten können.

Im Vergleich zu Geldanlagen s im privaten Depot ist das Rentensparen im Versicherungsmantel jedoch deutlich teurer. “Schon übliche Gebühren von 1,7 Prozent des Anlagevermögens pro Jahr kosten langfristig die Hälfte der erzielten Rendite”, kritisiert Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Laut BaFin sind die Effektivkosten im Durchschnitt noch höher: bei zwölfjährigen Verträgen liegen sie bei 2,7 Prozent, bei Policen, die über 40 Jahre laufen, sind es 1,8 Prozent. Sie sollten Angebote also kritisch prüfen und Kostenquoten vergleichen. Denn es geht auch günstiger: Der Onlineversicherer Cosmos Direkt berechnet für seine Privatrente FlexInvest lediglich laufende Kosten von 0,7 Prozent auf das Guthaben und verzichtet auf Abschlussgebühren. Das Handelsblatt bescheinigt dem Anbieter zudem ein sehr gutes Fondsangebot – zu reduzierten Ausgabeaufschlägen.

Günstige fondsgebundene Rentenversicherungen wie FlexInvest können ihre Vorteile besser ausspielen: Rentensparer zahlen nämlich keine Steuern und Gebühren, wie im Privatdepot, wenn sie ihre Anlagestrategie ändern und Gelder in andere Fonds oder ETFs umschichten. Fondswechsel sind mehrmals im Jahr kostenlos möglich. Bleibt das Kapital in der Versicherung, sind auch die Gewinne steuerfrei. Ändern sich die Lebensumstände, lassen sich die Zahlungen anpassen. Sowohl Zuzahlungen als auch Entnahmen sind bei Anbietern wie Cosmos Direkt, Europa Versicherung, Canada Life oder Debeka möglich – selbst vor Rentenbeginn. Im Alter wird das Kapital meist in sicherheitsorientierte Fonds umgeschichtet, um Wertschwankungen in der Auszahlungsphase zu minimieren. Auch diese lässt sich flexibel gestalten: Senioren können zwischen einer lebenslangen Rente, einer einmaligen Kapitalzahlung oder mehreren Teilzahlungen wählen. Sind Sie 60 Jahre oder älter, wenn Sie das Geld abrufen, winken weitere Steuervorteile. Das Kapital kann aber auch an Angehörige fließen.

Tipp: Lesen Sie in einem weiteren biallo-Ratgeber, wer im direkten Vergleich besser abschneidet: die fondsgebundene Rentenversicherung oder der ETF-Sparplan.

Den kompletten Biallo.de Ratgeber zu diesem Thema gibt es hier: https://link.biallo.de/uruugnzz/

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