Scharfe Töne aus Teheran: Chamenei kritisiert Protestbewegung
Ajatollah Ali Chamenei, der oberste Führer Irans, hat in einer am Freitag veröffentlichten Rede die landesweiten Proteste gegen die Staatsführung scharf verurteilt. Chamenei bezeichnete die Demonstranten als "Unruhestifter" und beschuldigte sie, dem Land Schaden zuzufügen. In seiner Rede ließ er zudem verlauten, dass gewisse Individuen Zerstörung anrichteten, lediglich um den US-Präsidenten Donald Trump zu erfreuen.
Unterdessen hatte Trump der iranischen Regierung mehrfach mit einem Eingreifen gedroht, sollte es zu tödlichen Übergriffen auf Demonstranten kommen. Die Proteste, die seit Ende Dezember anhalten, erreichten am Donnerstagabend ihren bisherigen Höhepunkt. Der iranische Sicherheitsapparat reagierte mit einem kompletten Internet-Shutdown, der über 14 Stunden andauerte.
Chameneis Ansprache wurde über den iranischen Rundfunk auf Telegram veröffentlicht. Chamenei deutete an, dass die Sicherheitskräfte ein hartes Vorgehen gegen die Protestierenden planen. Er erklärte, dass die Islamische Republik durch das Blut von Hunderttausenden ehrenhaften Menschen an die Macht gekommen sei, und unterstrich, dass das Regime keine Aktionen von „Söldnern für ausländische Mächte“ dulden würde.
Gleichzeitig häufen sich Berichte über zahlreiche Todesopfer infolge der Auseinandersetzungen am Donnerstag, als Sicherheitskräfte das Feuer auf die Demonstranten eröffnet haben sollen. In sozialen Netzwerken kursieren unverifizierte Videos, die blutüberströmte junge Menschen nach einer Kundgebung in der Nähe von Teheran zeigen. Der staatliche Rundfunk berichtete, dass die Demonstrationen von "terroristischen Elementen unterwandert" worden seien und es mehrere Todesopfer gegeben habe.

