Scharfe Kritik an Israels Gaza-Strategie bei UN-Sondersitzung
In einer emotionalen Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats wurde der Umgang Israels mit der Situation im Gazastreifen scharf kritisiert. Eine Erklärung seitens der fünf europäischen Mitgliedstaaten forderte Israel dazu auf, die angekündigte Ausweitung der Militäroperationen zu überdenken. Der slowenische UN-Botschafter, Samuel Zbogar, sprach im Namen von Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Griechenland und Slowenien und unterstrich, dass das internationale Recht durch die möglichen Pläne zur Erweiterung von Siedlungen gefährdet würde. Die Intensivierung der Militäraktivitäten berge zudem das Risiko, das Leben von Zivilisten, einschließlich Geiseln, weiter zu bedrohen.
Die israelische Regierung, unter der Führung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, hatte jüngst beschlossen, eine Offensive zur Einnahme der Stadt Gaza zu starten, womöglich mit dem Ziel, das gesamte Küstengebiet zu kontrollieren. Diese Entscheidung führte zu ernsten Bedenken und drastischen Beschreibungen der humanitären Krise in der Region, die während der Sitzung zur Sprache kamen. Ramesh Rajasingham, Leiter des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, berichtete von nahezu vollständiger Zerstörung und massenhafter Vertreibung in den letzten zwei Jahren. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, entschlossen für ein Ende des Leids einzutreten.
Darüber hinaus forderten die initiierenden Länder der Sitzung humanitären Zugang und die Entwaffnung der Hamas. Sie vertraten die Ansicht, dass die Palästinensische Autonomiebehörde die Führung in Gaza übernehmen sollte, anstelle der Miliz.
Im Gegensatz dazu standen die Vereinigten Staaten fest an Israels Seite. Botschafterin Dorothy Shea kritisierte das Treffen vehement und wies die Vorwürfe eines Genozids als politisch beeinflusst und faktisch falsch zurück, was sie als eine propagandistische Aktion der Hamas bezeichnete.

