Schaeffler trotzt schwächelndem Automarkt mit robuster Ersatzteilsparte
Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat im ersten Quartal die Folgen eines herausfordernden Marktes deutlich gespürt. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro sank, ist vor allem ein Rückgang in Europa und China bemerkbar. Trotz der Unsicherheiten, die durch US-Zölle auf dem Sektor lasten, hält Vorstandschef Klaus Rosenfeld an der Unternehmensprognose fest, was die Anleger mit einem Kursplus von vier Prozent auf 3,94 Euro honorierten.
Die Schaeffler-Aktie zeigt sich in diesem Jahr durchwachsen, mit einem Rückgang von sieben Prozent seit Jahresbeginn und einem deutlicheren Minus von 15 Prozent nach der Vitesco-Übernahme im Oktober. Analystenmeinungen sind geteilt: Während UBS-Analyst Juan Perez-Carrascosa einen schwächeren Umsatz, jedoch eine verbesserte operative Marge vermerkt, zeigt sich das Geschäft mit Elektroantrieben optimistisch. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi lobte den soliden Start ins Jahr.
Das um Sonderfaktoren bereinigte EBIT fiel mit 276 Millionen Euro leicht unter den Vergleichswert des Vorjahres. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn brach aufgrund von Sondereffekten stark ein und sank um zwei Drittel auf 83 Millionen Euro. Ohne diese Sondereffekte verzeichnete das Nettoergebnis einen Rückgang um 40 Prozent.
Klaus Rosenfeld stellte die beeindruckenden Entwicklungen im Bereich der reinen Elektroantriebe mit einem Umsatzplus von 43 Prozent heraus, während Hybrid- und Verbrennerantriebe schwächer abschnitten. Dennoch ergatterte Schaeffler für Hybridantriebe bedeutende Aufträge, was auf zukünftige Besserung hoffen lässt. Insgesamt akquirierte das Unternehmen über vier Milliarden Euro an Aufträgen für Elektroantriebe.
Besonders positiv entwickelte sich das Ersatzteilgeschäft, das den Umsatz um knapp elf Prozent steigern konnte. Insbesondere in wirtschaftlich unsicheren Zeiten neigen Kunden dazu, bestehende Fahrzeuge zu reparieren, statt neue Autos zu kaufen, was der kleinsten Sparte innerhalb des Unternehmens Stabilität verlieh.

