Schaeffler-Aktie hebt ab: Citigroup erklärt den Zulieferer zum künftigen Champion
Ein Analyst hebt den Daumen
Am Freitagmorgen reichte ein Kommentar aus, um die Schaeffler-Aktie spürbar nach oben zu katapultieren. Im XETRA-Handel legte das Papier zeitweise mehr als fünf Prozent zu und notierte bei 5,89 Euro.
Auslöser war die Citigroup, die ihre Einschätzung von „Neutral“ auf „Buy“ hochstufte und das Kursziel von 5,00 auf 6,75 Euro anhob. Analyst Ross Macdonald sieht in Schaeffler nicht nur einen verlässlichen Autozulieferer, sondern einen Technologieträger mit Zukunft.
Vom Radlager zum Roboter
Die Begründung klingt wie aus einem Science-Fiction-Drehbuch: Schaeffler könnte sich nach Ansicht der Citigroup zum „Champion“ im Bereich humanoider Aktuatoren entwickeln.
Gemeint sind Antriebssysteme – ob elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch – die Bewegungen menschenähnlicher Roboter ermöglichen. In diesem Markt sieht Macdonald ein Volumen von über einer Billion US-Dollar bis zum Jahr 2050. Für Schaeffler, dessen Wurzeln in klassischen Lager- und Motorenteilen liegen, wäre das eine völlig neue Dimension.
Anleger zwischen Euphorie und Skepsis
An der Börse kam die Vision gut an – doch nicht alle teilen die Begeisterung. Ein Händler verwies darauf, dass die Aktie allein in den vergangenen drei Wochen bereits rund 25 Prozent zugelegt hat.
Wer jetzt einsteigt, wettet also auf weiteres Momentum. Auch bleibt unklar, wie schnell Schaeffler die Technologie tatsächlich monetarisieren kann. Der Wettbewerb im Robotik-Sektor ist hart, und Konzerne wie ABB, Fanuc oder Hyundai investieren ebenfalls Milliarden in die Zukunft der humanoiden Maschinen.
Zwischen Tradition und Aufbruch
Schaeffler ist mit seinen mehr als 80.000 Mitarbeitern seit Jahrzehnten tief im klassischen Automobilgeschäft verankert – ein Markt, der angesichts des E-Mobilitätswandels unter Druck steht.
Die Hoffnung auf neue Wachstumsfelder wie Robotik und Automatisierung ist daher mehr als nur ein Börsen-Feuerwerk: Sie könnte zum Rettungsanker für die nächste Generation werden. Ob der Sprung vom Radlager zum Roboter gelingt, wird sich jedoch erst in den kommenden Jahren zeigen.

