Sabotageakte bremsen Deutsche Bahn: Pünktlichkeitsquote im Sinkflug
Im September musste die Deutsche Bahn einen erheblichen Rückschlag bei ihrer Pünktlichkeitsstatistik verkraften. Wegen mehrfacher Sabotageakte und Vandalismus erreichte fast jeder zweite Fernzug sein Ziel verspätet. Die Pünktlichkeitsquote sank auf besorgniserregende 55,3 Prozent, sieben Prozentpunkte weniger als im gleichen Monat des Vorjahres.
Verzögerungen gelten offiziell ab sechs Minuten, Zugausfälle bleiben dabei unberücksichtigt. Jedoch zählen diese zur sogenannten Reisendenpünktlichkeit, die festhält, welcher Prozentsatz der Passagiere mit weniger als 15 Minuten Verspätung ankommt. Auch hier zeigte sich ein deutlicher Abwärtstrend: Lediglich 61,9 Prozent der Reisenden waren annähernd pünktlich, ein Rückgang um sechs Prozentpunkte im Jahresvergleich.
Besonders schwer wogen Angriffe wie das Durchtrennen von Bahnkabeln zwischen Düsseldorf und Köln in der zweiten Septemberhälfte. Eine Woche zuvor führte ein Brandanschlag auf ein Stellwerk bei Hannover zu weitreichenden Verspätungen und betraf zehntausende Fahrgäste.
Das selbst gesetzte Pünktlichkeitsziel der Bahn von 65 bis 70 Prozent im aktuellen Jahr erscheint unter diesen Umständen in weite Ferne gerückt. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder beurteilt diese Zielsetzung kritisch und als schwer realisierbar. Er sieht aktuell eine Pünktlichkeit von mindestens 70 Prozent erst bis Ende 2029 als erreichbar an.

