RWE unter Beschuss: Klimaklage aus Peru nimmt Fahrt auf
Im anhaltenden Rechtsstreit zwischen dem peruanischen Landwirt Saul Luciano Lliuya und dem deutschen Energieversorger RWE steht eine entscheidende Phase bevor. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat die Verhandlung auf März 2025 terminiert, wo Geowissenschaftler und Statiker ihre Einschätzungen vorlegen werden.
Diese Gutachten sollen klären, inwieweit das Anwesen des Klägers in Peru durch Naturkatastrophen wie Flutwellen oder Schlammlawinen gefährdet ist. Lliuya, unterstützt durch die Umweltorganisation Germanwatch, macht RWE für seine CO2-Emissionen und somit für den Klimawandel mitverantwortlich.
Die Verbindung zwischen dem Klimawandel, dem Schmelzen eines Gletschers in den Anden und den möglichen Gefahren für sein Heim sieht er als Grund für seine Forderung. Er möchte, dass RWE 0,47 Prozent der Schutzkosten für sein Dorf und sein Haus übernimmt – eine Summe, die seine Entschlossenheit im Kampf gegen klimatische Bedrohungen verdeutlicht.
Nachdem das Landgericht Essen seinen zivilrechtlichen Anspruch zunächst abgelehnt hatte, zog Lliuya vor das OLG Hamm. Ein Ortstermin in Peru im Mai 2022, bei dem Richter, Parteien und Gutachter gemeinsam vor Ort waren, brachte erste Indizien aus Messungen, Bodenanalysen und Drohnenaufnahmen.

