RWE: Turbulenzen im ersten Halbjahr trotz starker Investitionen
Der Energiekonzern RWE erlebte im ersten Halbjahr einige Herausforderungen, darunter ein vermindertes Windaufkommen und schwache Ergebnisse im Energiehandel. Diese Probleme führten zu einem Rückgang des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um mehr als 25 Prozent auf über 2,1 Milliarden Euro, was die Erwartungen der Analysten leicht übertraf.
Ungeachtet der Ergebnisse versicherte RWE-Chef Markus Krebber, dass das Unternehmen auf Kurs sei, da die Hälfte des angestrebten Jahresergebnisses je Aktie bereits erreicht wurde. Der Aktienkurs reagierte jedoch negativ und fiel um 3,7 Prozent auf einen Zwei-Monats-Tiefstand. Trotz dieser Enttäuschung bleibt das Kursplus seit Jahresbeginn bei rund 18 Prozent.
Analysten sind geteilter Meinung ob der Resultate: Bernstein-Analystin Deepa Venkateswaran bezeichnete die Ergebnisse als 'breit angelegten Fehlschlag', während andere Marktbeobachter die bestätigten Prognosen positiv bewerten. Besonders problematisch waren die Rückgänge im Energiehandel und in der flexiblen Energieerzeugung, die aufgrund gestiegener Erdgaspreise und hoher Nachfrage belastet wurden.
RWE bleibt jedoch optimistisch für die Zukunft und investiert kräftig in den Ausbau erneuerbarer Energien. Von Januar bis Juni flossen 2,5 Milliarden Euro netto in neue Projekte, davon 1,4 Milliarden Euro in die USA. Bis Ende 2023 sollen weitere knapp 3 Milliarden Euro in den US-Markt investiert werden.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien und die damit verbundenen Investitionen führten zu einer Erhöhung der Nettoverschuldung auf 15,5 Milliarden Euro. Finanzchef Michael Müller bleibt optimistisch, dass die Verschuldung im Verhältnis zum operativen Ergebnis die gesetzte Obergrenze nicht überschreiten wird.
Diese positive Einschätzung teilen auch Analysten von Jefferies, JPMorgan und dem Bankhaus Metzler, die ebenfalls die bestätigten Jahresprognosen loben. In der Zukunft plant RWE, die Investitionen bis zum Ende des Jahrzehnts auf rund 35 Milliarden Euro netto zu steigern. Um potenzielle Risiken, wie erhöhte Zölle oder unsichere Förderzeiträume, zu mildern, konzentriert sich das Unternehmen auf in den USA ansässige Produktionslinien.

