RWE: Herausforderndes Jahresauftaktquartal trotz solider Grundlage
Der Energieriese RWE erlebt einen holprigen Start ins Jahr, nachdem der operative Gewinn im ersten Quartal signifikant zurückging. Dabei wurde der Konzern vor allem durch enttäuschende Ergebnisse im Energiehandel und widrige Windverhältnisse in Europa belastet. Dies führte zu Rückgängen sowohl bei der Windstromproduktion als auch bei den generellen Unternehmensgewinnen.
Dennoch hält RWE an seiner Jahresprognose fest, wie das Unternehmen in Essen bekanntgab. Die Aktie konnte zuletzt um 0,3 Prozent zulegen, wobei sie zuvor als einer der größten Verlierer im Dax galt. In der bisherigen Jahresbilanz verzeichnete sie einen Anstieg um etwa acht Prozent, allerdings nicht ohne Schwankungen. Nach einem schwachen Jahresbeginn erreichte der Kurs im April sein bisheriges Hoch von 34,66 Euro. Doch die Marktunruhen, ausgelöst durch die US-amerikanische Zollpolitik, führten zu einem Kurseinbruch, gefolgt von einer Erholung, die jedoch nicht von Dauer war.
Analystin Deepa Venkateswaran von Bernstein hebt hervor, dass die Resultate die schwierigen Wetterbedingungen reflektieren, lobt gleichzeitig die solide operative Leistung von RWE. Der Energiehandel litt unter der eingeschränkten Marktdynamik, was die Umsätze drückte. Zudem normalisieren sich die Erträge aus Energieverkäufen nach den ausgeprägten Schwankungen der Vergangenheit.
Dies und eine Verschlechterung der Margen im Stromterminverkauf deuten darauf hin, dass die Gewinne auch 2025 unter Druck bleiben könnten. Finanzexperte Ahmed Farman von Jefferies erwartet mögliche Anpassungen der Markteinschätzungen für das Gesamtjahr. Ein Thema bleibt die Kapitalverwendung: So könnten Aktienrückkäufe weiter fortgesetzt werden, was seitens des Finanzchefs jedoch nicht vor Abschluss des laufenden Programms im Mai 2026 entschieden wird.
Investitionen in US- und deutsche Projekte bekommen unterdessen eine sorgfältigere finanziellen Prüfung. Eine positive Wendung könnten Pläne der neuen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bieten, die den Ausbau von Gaskraftwerken fördern möchte. Dies könnte RWE in ihrer Heimat entgegenkommen, während der Konzern auch internationalen Herausforderungen mit einer angepassten Investitionsstrategie begegnet.

