Russlands Waffenschau und Europas Unterstützung für Kiew
Zum Gedenken an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland findet in Moskau die alljährliche Militärparade auf dem Roten Platz statt. Vier Jahre in Folge seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine präsentiert Russland seine Stärke mit tausenden Soldaten und schwerer Militärtechnik. Währenddessen kritisiert Kiew diese Parade als zynische Machtdemonstration.
Europa hingegen zeigt seine Solidarität mit der Ukraine in Lwiw, wo sich mehrere EU-Außenminister zu Beratungen treffen. Die EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas kündigte an, dass die EU eine milliardenschwere Unterstützung für die ukrainische Rüstungsindustrie plant. Diese Hilfsmaßnahme, ursprünglich von Dänemark initiiert, wird von verschiedenen EU-Mitgliedstaaten getragen.
Auch Deutschlands neuer Außenminister Johann Wadephul wird bei dem Treffen erwartet, das unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattfindet. In Moskau sind die Sicherheitsmaßnahmen aus Besorgnis vor möglichen Drohungen aus der Ukraine besonders verschärft. Trotz einer offiziell verkündeten dreitägigen Feuerpause gab es wenig Anzeichen für einen Waffenstillstand.
Kiew weist auf zahlreiche Verstöße hin, während Moskau behauptet, sich lediglich zu verteidigen. In der Ukraine wird die Stadt Sumy weiterhin von russischen Angriffen heimgesucht, was die fragwürdige Einhaltung der von Russland verkündeten Waffenruhe unterstreicht. Europa drängt nun auf die Einrichtung eines internationalen Sondertribunals, um Russland für den Angriffskrieg zur Rechenschaft zu ziehen.
Präsident Putin wird bei der Parade vor geladenen Gästen, darunter Staats- und Regierungschefs aus China, Serbien und der Slowakei, seine Sicht der Dinge darlegen. Westliche Repräsentanten bleiben allerdings fern. Auch wenn die Parade Teil der russischen Selbstdarstellung bleibt, unterstreicht sie zugleich die internationalen Spannungen.
Parallel dazu hat der ukrainische Präsident Selenskyj direkt mit dem früheren US-Präsidenten Trump telefoniert und erneut eine vollständige Feuerpause als Grundlage für einen möglichen Frieden vorgeschlagen. Trump unterstützt diese Forderung und droht mit Sanktionen, sollte der Waffenstillstand nicht von Russland umgesetzt werden.
Großbritannien erhöht den Druck auf Russland mit einem neuen Sanktionspaket gegen seine "Schattenflotte". Bis zu 100 Öltanker, die als integraler Bestandteil der russischen Wirtschaftsaktivitäten gelten, sollen sanktioniert werden, um den russischen Einfluss einzudämmen.
Abschließend läuft die Parade, an der rund 10.000 Teilnehmer erwartet werden, traditionell mit Panzern, Flugabwehrsystemen und einer Kampfjet-Show ab. Diese symbolträchtige Veranstaltung wird in Russland jährlich veranstaltet, um den historischen Sieg von 1945 zu feiern.

