Russlands Bärenstärke in Frage gestellt: Trump unter Feuer
Das jüngste verbale Geplänkel zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml sorgt für diplomatische Spannungen, nachdem US-Präsident Donald Trump Russland als einen „Papiertiger“ bezeichnet hat. Diesem Vergleich trat Kremlsprecher Dmitri Peskow entschieden entgegen, indem er Russland mit einem Bären verglich und betonte, dass Papierbären nicht existieren. Laut Peskow ist die russische Wirtschaft trotz bestehender Sanktionen stabil.
Trump, der bisher Moskau positiv gesonnen war, änderte seinen Ton und kritisierte die russische Wirtschaft als „in fürchterlichem Zustand“. Er zweifelte an Russlands Fähigkeit, den Krieg gegen die Ukraine zu gewinnen, und schlug vor, dass Kiew sogar Territorium zurückerobern könnte. Diese Äußerungen korrelieren mit Trumps Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in New York.
Von Moskauer Seite kommt indes Kritik an Trumps Wahrnehmung der Lage. Peskow stellte klar, dass Trump lediglich Selenskyjs Sichtweise wiedergegeben habe, und beleuchtete die militärische Situation aus russischer Perspektive anders. Während der Bodenkrieg schleppend verläuft, setzte die Ukraine ihre Luftangriffe fort und zielte insbesondere auf die russische Ölindustrie.
Zusätzlich unterstrich Peskow die Möglichkeit weiterer Dialoge zwischen Trump und Kremlchef Wladimir Putin. Der Dialog mit Trumps Administration sei dabei deutlich besser als der mit Trumps Vorgänger Joe Biden. Dmitri Medwedew, der ehemalige russische Präsident, zeigte sich optimistisch, dass Trump nach seinen Gesprächen mit westlichen Führern bald wieder zu einer Moskau-freundlicheren Haltung zurückkehren werde.

