Russland beginnt Großmanöver - Kämpfe am Absturzort

04. August 2014, 17:07 Uhr · Quelle: dpa

Moskau/Kiew (dpa) - Inmitten wachsender Spannungen mit dem Westen hat Russland ein nach eigenen Angaben beispielloses Großmanöver mit mehr als 100 Kampfflugzeugen begonnen.

Kampfjets und Hubschrauber seien an den bis 8. August dauernden Übungen beteiligt, sagte Luftwaffensprecher Igor Klimow der Agentur Interfax zufolge. Erstmals finde ein solches Manöver gleich in drei Wehrbezirken statt. Auch in Nato-Staaten hatte es im Zuge der Ukrainekrise Manöver gegeben.

Die Bundesregierung forderte erneut «ganz klare Schritte zur Deeskalation» von Russland. «Wir beobachten das, was an der russisch-ukrainischen Grenze passiert, sehr genau», sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Die Separatisten in der Ukraine warfen der Armee vor, eine Waffenruhe am Absturzort des malaysischen Passagierflugzeugs nicht einzuhalten. Wegen Granateneinschlags hätten 124 internationale Experten die Untersuchung des Trümmerfelds bei Grabowo abbrechen müssen, teilten die prorussischen Aufständischen mit. Die Rettungskräfte suchen nach Leichenteilen sowie persönlichen Gegenständen der 298 Opfer.

Die Helfer gehen von mehrwöchigen Arbeiten aus. Bisher sei erst eine von fünf Zonen im Gebiet abgesucht worden, sagte ein Sprecher. Die Boeing 777-200 war am 17. Juli vermutlich abgeschossen worden. Armee und Aufständische geben sich gegenseitig die Schuld. Von der ostukrainischen Stadt Charkow aus brachte am Montag eine weitere Maschine Leichenteile von Flug MH17 in die Niederlande.

Bei schweren Gefechten mit Separatisten gelangten Hunderte ukrainische Soldaten auf russisches Gebiet. Die Führung in Kiew sprach von einem «taktischen Manöver», russische Behörden von Fahnenflucht. Ein Großteil der 438 Soldaten wolle vorerst in Russland bleiben, sagte Wassili Malajew vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB, der für den Grenzschutz zuständig ist. Dies wies die Ukraine mit Nachdruck zurück. Die Einheit sei nur ausgewichen, sagte Sprecher Alexej Dmitraschkowski.

In den ostukrainischen Gebieten Lugansk und Donezk dauerten die Gefechte der Regierungskräften mit militanten Gruppen unvermindert an. In Lugansk seien durch Artilleriebeschuss die Wasser- und Stromversorgung sowie das Telefonnetz zusammengebrochen, teilte die Verwaltung der Großstadt mit. Große Versorgungsprobleme gab es auch in der 150 Kilometer südwestlich gelegenen Großstadt Donezk.

Regierungstruppen legten in der Kampfzone Fluchtkorridore für Zivilisten an. Das Feuer werde dort täglich für mehrere Stunden eingestellt, sagte ein Militärsprecher. Der Sicherheitsrat in Kiew rief die Zivilisten in der Ostukraine auf, die von «Terroristen» besetzen Gebiete schnell zu verlassen. Beobachter sahen darin die mögliche Vorbereitung einer Bombardierung.

Wegen zunehmender Gefechte verließen mehrere OSZE-Beobachter den russischen Kontrollposten Gukowo an der Grenze zur Ukraine. Die Lage sei für die Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu gefährlich geworden, sagte der Grenzschützer Malajew. Er warf der ukrainischen Armee vor, erneut das russische Grenzgebiet beschossen zu haben. Dabei sei mindestens ein Wohnhaus schwer beschädigt worden. Russland kritisiert seit Wochen scharf den Beschuss von ukrainischem Territorium aus.

Den prorussischen Kräften zufolge starben seit Beginn des «Anti-Terror-Einsatzes» der Armee Mitte April etwa 1500 Zivilisten. In den Gebieten Lugansk und Donezk seien 60 Prozent der Infrastruktur zerstört, sagte Separatistenführer Andrej Rodkin. In den vergangenen Monaten hatten die Konfliktparteien in der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik wiederholt unterschiedliche Opferzahlen genannt.

Die Ukraine kündigte Einreiseverbote für etwa 500 russische Künstler wegen ihrer kremltreuen Position an. «Wir bereiten jetzt eine Liste vor», teilte Anton Geraschtschenko vom Innenministerium in Kiew mit. Dabei gehe es um Kulturschaffende, die Russlands international kritisierte Einverleibung der Schwarzmeerhalbinsel Krim unterstützt hätten. Die Betroffenen sollten nicht mehr mit Auftritten in der Ukraine Geld verdienen können.

Etwa 200 ukrainische Nationalisten und proeuropäische Aktivisten stürmten in der Hafenmetropole Odessa ein Konzert der Popdiva Ani Lorak. Ermittlern zufolge gab es dabei Verletzte. Die Aktivisten werfen Lorak vor, dass sie auch in Russland Konzerte gebe und sich im Ukraine-Konflikt nicht gegen das Nachbarland stelle.

Konflikte / Ukraine / Russland
04.08.2014 · 17:07 Uhr
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