Russische Offensive beansprucht Erfolge trotz unklarer Gefechtslage
In einer jüngsten Verlautbarung betonte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu eine anhaltende Offensive seiner Streitkräfte in der Ukraine. In einer Sitzung mit hochrangigen Militärs in Moskau sprach Schoigu von Geländegewinnen, darunter die Eroberung mehrerer Dörfer in den umkämpften Gebieten um Charkiw und Donbass. Laut Schoigu würden russische Einheiten das Territorium unter ihrer Kontrolle sukzessive erweitern und ihre Positionen an der Front verstärken, wobei explizit die Namen Tabajiwka und Krochmalne, sowie Wessele erwähnt wurden.
Die Lage vor Ort ist allerdings weniger eindeutig, als es von russischer Seite dargestellt wird. Während Schoigu von territorialen Erfolgen spricht, zeichnet sich an der Front eine verworrene Situation ab. Insbesondere um das Dorf Tabajiwka gibt es widersprüchliche Angaben. Ukrainische Militärsprecher haben im Fernsehen von anhaltenden Gefechten und Artillerieduellen berichtet, die darauf hindeuten, dass das Dorf weiterhin von ukrainischen Kräften kontrolliert wird. Andere ukrainische Beobachter hingegen ordnen Tabajiwka sowie Krochmalne den von Russland kontrollierten Gebieten zu.
Die russischen Bemühungen konzentrieren sich offenbar darauf, die im Jahr 2022 verlorene Stadt Kupjansk zurückzugewinnen. Beim Dorf Wessele, nordöstlich von Bachmut gelegen, stehen Aussagen russischer Quellen über eine bereits erfolgte Eroberung den Einschätzungen ukrainischer Beobachter gegenüber, die Wessele noch in Kiewer Hand sehen.
Schoigu verkündete, dass die russischen Streitkräfte nach dem Scheitern einer Gegenoffensive der ukrainischen Seite die strategische Initiative ergriffen hätten. Zugleich erfolge eine Zwangsmobilisierung in der Ukraine, um ein Zusammenbrechen der Verteidigung zu verhindern. In den Berichten über die kritische Lage an der Front fehlen Details zu den hohen russischen Verlusten, die im bisherigen Verlauf der Bodenkämpfe zu verzeichnen waren. Die ukrainische Armee hält stand, auch wenn von Berichten über einen Munitionsmangel die Rede ist und bisher keine klaren Aussagen zum künftigen Nachschub durch internationale Unterstützer gemacht wurden. (eulerpool-AFX)

