Ruhiger Ausklang am deutschen Aktienmarkt: Dax vor einem Rekordjahr

Am letzten Handelstag des Jahres verläuft der Aktienhandel in Deutschland in ruhigen Bahnen. Mit einem verkürzten Handelstag enden die Börsenaktivitäten um 14 Uhr, während sich viele Investoren traditionsgemäß zwischen den Jahren zurückhalten. Dennoch könnten niedrige Handelsvolumina und die üblichen Neugewichtungen zum Jahresende bei einigen Aktien noch für unerwartete Kurssprünge sorgen.
Der Dax, der am Dienstag nahezu unverändert bei 24.352 Punkten verharrte, erlebt ein ausgezeichnetes Jahr. Mit einem Jahreszuwachs von über 22 Prozent verspricht 2025 das erfolgreichste Jahr für den Dax seit 2019 zu werden. Er schnitt deutlich besser ab als der EuroStoxx 50 und der US-amerikanische Dow Jones Industrial. Der MDax verbuchte am Dienstagmorgen einen Anstieg um 0,1 Prozent auf 30.476 Punkte, während auch der EuroStoxx 50 einen ähnlichen Zuwachs von 0,1 Prozent verzeichnete.
Experten wie Thomas Altmann von QC Partners bezeichnen das ausgehende Jahr als herausragend, weisen aber auf das differenzierte Bild zwischen den beiden Jahreshälften hin. Während der Dax in der ersten Hälfte des Jahres 31 seiner 34 Allzeithochs erreichte, verlief das zweite Halbjahr eher flach.
Am Abend wartet die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der US-Notenbank, der Federal Reserve. Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank betont die Bedeutung dieser Informationen, die Einblicke in die vielschichtigen Meinungen innerhalb der Fed bieten und den Anlegern helfen könnten, den künftigen Zinskurs besser zu antizipieren.
Geopolitisch dominiert weiterhin die Lage in der Ukraine die Schlagzeilen. Kremlangaben zufolge überdenkt Präsident Putin seine Verhandlungsstrategie mit US-Präsident Donald Trump infolge eines vermeintlichen Anschlags Kiews, eine Anschuldigung, die der ukrainische Präsident Selenskyj als unwahr zurückweist. Aktien von Rüstungsfirmen wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk legen um bis zu 1,6 Prozent zu.
Ansonsten ist die unternehmensspezifische Nachrichtenlage überschaubar. Die Aktien von Infineon stiegen um 1,0 Prozent und erreichten ihr höchstes Niveau seit Mitte Dezember. Hintergrund ist ein optimistisches Interview von Infineon-Chef Jochen Hanebeck im "Handelsblatt", der langfristiges Wachstumspotenzial bei KI-Chips und Halbleitern für KI-Rechenzentren betont. Der Aktienkurs von Mutares bewegt sich kaum, trotz der Ankündigung des Verkaufs von Conexus an die ATS, ein Unternehmen des Finanzinvestors Maximum Return System Group.

