Rückschlag an den US-Börsen: Anleger hinterfragen Technologiebewertungen
Die jüngste Rekordjagd der US-Aktienmärkte fand am Dienstag ein vorläufiges Ende. Anleger beginnen, die hohen Bewertungen insbesondere im Technologiesektor kritisch zu hinterfragen. Der Trend zu künstlicher Intelligenz hatte zuletzt für Aufwind gesorgt, doch nun mehren sich die Gewinnmitnahmen, was einige Marktbeobachter dazu veranlasst, eine mögliche Korrektur zu befürchten.
Der Dow Jones Industrial Index gab um 0,2 Prozent nach und notiert bei 47.237 Punkten. Der S&P 500 fiel um 0,5 Prozent und steht bei 6.815 Zählern. Der Nasdaq 100, der traditionell technologische Schwergewichte umfasst, verlor 0,9 Prozent und erreichte 25.737 Punkte. Noch am Vortag hatte der Technologie-Index im November positiv gestartet und sich einem neuen Rekordstand genähert.
Besonders unter Druck geriet die Aktie von Tesla, deren Auslieferungen im Shanghaier Werk um rund 10 Prozent zurückgingen. Dies schürt Befürchtungen um die weltweiten Absatzzahlen des Elektroautobauers im laufenden Quartal. Bedingt durch das Ende zuvor gewährter Steuervergünstigungen in den USA wird auch dort eine schwierige Nachfrageentwicklung erwartet. Daraufhin sank die Tesla-Aktie um 2,3 Prozent.
Palantir verlor 6,0 Prozent, obwohl Analysten wie Brent Thill von Jefferies die jüngsten Unternehmenszahlen als "stark" bewerteten. Die hohen Bewertungen des Datenanalyse-Spezialisten scheinen einigen Investoren jedoch zu ambitioniert. Palantirs Aktien hatten kürzlich noch ihr Rekordniveau über der 200-Dollar-Marke erreicht.
Die Papiere von Spotify, die anfängliche Gewinne vor der Börseneröffnung verzeichneten, gaben 0,5 Prozent ab. Dessen ungeachtet überraschte der Musikstreaming-Dienst im dritten Quartal mit besseren Zahlen als erwartet und steigerte den Ausblick auf das vierte Quartal, wie Jason Bazinet von Citigroup hervorhob.
Uber-Aktien gingen um 6,8 Prozent zurück. Trotz eines potentiell stabilen Quartalswachstums durch unerwartet hohe Fahrdienstvermittlungen zeigte sich Skepsis unter Investoren. Der Reisesektor war ebenfalls betroffen, wobei Norwegian Cruise Line einen dramatischen Verlust von 12 Prozent hinnehmen musste.
Ein deutlicher Verfall zeichnete sich bei Sarepta Therapeutics ab, deren Aktien wegen enttäuschender Studienergebnisse um 32 Prozent eingebrochen sind. Die Ergebnisse warfen Fragen über die Marktfähigkeit bestimmter Medikamente auf und ließen die Anleger aufhorchen.

