Rückruf von Babynahrung: Danone-Aktie unter Druck
Die Lebensmittelindustrie sieht sich erneut mit Herausforderungen konfrontiert: Verunreinigte Babynahrung sorgt für Turbulenzen an den Aktienmärkten. Insbesondere die Papiere des französischen Lebensmittelherstellers Danone gerieten am Montag stark unter Druck und erreichten den niedrigsten Kurs seit Januar des vergangenen Jahres. Ursache für den Abwärtstrend war die Ankündigung des Unternehmens, bestimmte Chargen von Säuglingsnahrung im Zuge sich verändernder regulatorischer Vorgaben zurückzurufen.
Die Danone-Aktien rutschten bis zum späten Vormittag um über fünf Prozent auf 64,10 Euro ab, was sie zum schwächsten Titel im EuroStoxx 50 machte. Im Vergleich dazu zeigte der Leitindex der Eurozone nur leichte Verluste. Der Rückruf von Babymilchprodukten der Danone-Marke Dumex, angeordnet durch die singapurische Lebensmittelbehörde, hatte bereits am Mittwoch zu einem Kursrückgang von über acht Prozent geführt.
Das Problem auslösende Toxin, Cereulid, wurde in Zutaten von Zulieferern gefunden und kann gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Neben Danone sind auch andere Konzerne wie Nestle und Lactalis von Rückrufen betroffen. Entsprechend verzeichneten auch die Nestle-Papiere in Zürich einen Rückgang um 2,3 Prozent, während Reckitt-Aktien in London um 3,8 Prozent nachgaben.
Analysten von Barclays heben jedoch positiv hervor, dass Danone in der aktuellen Situation besser positioniert sei als Nestle, da Danone über mehrere Zulieferer verfügt und weniger Gefahr läuft, Lieferengpässe zu erleiden. Experten wie Tom Sykes von der Deutschen Bank prognostizieren, dass Unternehmen, die strikte Herstellungsprotokolle einhalten, künftig an den Börsen profitieren könnten.

