Rückgang der Mietwohnungsnachfrage trotz steigender Mieten in Deutschland
Eine aktuelle Studie des Immobilienportals Immoscout24 zeigt einen markanten Rückgang der Mietwohnungsnachfrage in Deutschland im vierten Quartal 2025. Diese Entwicklung steht im Kontrast zu den saisonal üblichen Trends und führt das Portal auf wirtschaftliche Unsicherheiten und steigende Mieten zurück. Vor allem Haushalte mit niedrigerem Einkommen sehen sich veranlasst, bei der Wohnungssuche kürzerzutreten. Diese Zurückhaltung spiegelt den pessimistischen Blick auf die Einkommensentwicklung wider, während gleichzeitig die Sparbereitschaft in der Bevölkerung auf bemerkenswerte Höhen klettert.
Der Rückgang zeigt sich in den acht größten Metropolen des Landes, darunter Berlin, München und Hamburg, mit einem Rückgang von 16 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal. In kreisfreien Städten wird ein noch drastischerer Rückgang von 23 Prozent verzeichnet, während das Umland der Metropolen um 17 Prozent und ländliche Regionen um 20 Prozent schrumpften. Trotz alledem bleibt die Nachfrage nach Mietwohnungen insgesamt hoch und liegt immer noch über dem Niveau vor der Corona-Pandemie.
Tobias Just, Experte für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg, identifiziert den angespannten Arbeitsmarkt sowie die sinkende Zuwanderung als treibende Kräfte hinter dieser Entwicklung. Die aktuell unsichere Lage auf dem Arbeitsmarkt betrifft insbesondere Haushalte mit geringerem Einkommen, die nun weniger bereit sind, arbeitsbedingte Umzüge in Betracht zu ziehen.
Für Wohnungssuchende bleibt der Markt eng, da auch die Angebotsmieten sukzessive steigen. Im vierten Quartal legten die Bestandsmieten deutschlandweit um ein Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, während der Anstieg zum Vorjahreszeitraum sogar bei 3,7 Prozent lag. Neubauwohnungen verzeichnen eine parallele Entwicklung mit einer Steigerung von 0,5 Prozent und 3,7 Prozent im selben Zeitraum.
Immoscout24 beruft sich in seiner Analyse auf 8,5 Millionen Inserate der letzten fünf Jahre und misst die Nachfrage durch die Anzahl der Inseratklicks — Abschlüsse bleiben hierbei außen vor.

