Rückschlag an Europas Börsen: KI-Bewertungen schüren Unsicherheiten
Die europäischen Börsen wurden am Freitag von erneuten Bedenken über die Bewertungen von KI-Aktien heimgesucht, was die ansonsten positive Stimmung vor dem Wochenende erheblich trübte. Der EuroStoxx 50, der führende Index der Eurozone, schloss mit einem deutlichen Rückgang von 0,58 Prozent bei 5.720,71 Punkten, nachdem zuvor fast das Rekordhoch vom vergangenen November erreicht worden war.
Auch außerhalb der Eurozone verzeichneten die Märkte Rückgänge. Der britische FTSE 100 sank um 0,56 Prozent auf 9.649,03 Punkte, während der Schweizer SMI mit einem moderaten Minus von 0,14 Prozent auf 12.887,48 Punkte schloss.
Laut Bloomberg wurden durch einen Bericht von Oracle über verschobene Termine für Rechenzentren zur Unterstützung von OpenAI weitere Zweifel an der Rentabilität von KI-Investitionen geweckt. Diese Verzögerungen resultieren aus Material- und Arbeitskraftengpässen, was Sorgen verstärkt, wann und wie Unternehmen ihre KI-Geschäfte profitabel gestalten können.
Solche Themen hatten die Märkte bereits zuvor belastet, insbesondere im Kontext der jüngsten AI-Rally. Trotz der Zinssenkung in den USA, die ursprünglich als positiver Impuls für die Märkte galt, gerieten Technologiewerte unter Druck.
Der Stoxx Europe 600 Technology verlor fast ein Prozent und war damit einer der Hauptverlierer des Tages. Banken sowie Öl- und Rohstoffwerte schnitten sogar noch schlechter ab.
Einzig der Finanzdienstleistungssektor konnte positive Akzente setzen. Angeführt von einem Anstieg der UBS-Aktien um zweieinhalb Prozent, wurde der Sektor von einem Vorschlag zur Eigenmittelanforderung aus der Schweiz beflügelt.
Dieser Vorschlag, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung", strebt hohe Sicherheiten für die Großbank an, während die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes gewahrt werden soll. Zu den größten Verlierern im EuroStoxx 50 gehörten die Anteile von Siemens Energy und Schneider Electric, die unter der Berichterstattung über die KI-Verzögerungen litten.
Beide Konzerne gelten als wesentliche Nutznießer der Stromanforderungen von KI-Rechenzentren, und ihre Aktien büßten entsprechend an Wert ein.

