RTL trotzt Herausforderungen und bestätigt Jahresziele
Der traditionsreiche Medienkonzern RTL erfährt trotz anhaltender Herausforderungen im Bereich der klassischen TV-Werbung und der Produktionssparte Fremantle einen deutlichen Kursschub in Richtung seiner Jahresziele. Die Bertelsmann-Tochter projiziert für das Jahr 2025 einen Umsatzanstieg auf stolze 6,45 Milliarden Euro, der maßgeblich durch höhere Streaming-Einnahmen sowie Portfolio-Effekte beflügelt werden soll. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) wird weiterhin auf beeindruckende 780 Millionen Euro beziffert, nicht zuletzt dank rückläufiger Anlaufverluste bei den Streamingdiensten.
Gleichwohl bleibt die Umsetzung dieser optimistischen Prognosen nicht ohne Herausforderungen. Eine entscheidende Rolle spielt die Erholung des TV-Werbemarkts im zweiten Halbjahr, welcher eine Umsatzsteigerung von 2 bis 3 Prozent in den verbleibenden sechs Monaten bis Jahresende notwendig macht.
Im ersten Halbjahr verzeichnete RTL einen Rückgang der TV-Werbeerlöse um sieben Prozent, was zu einem Gesamtumsatzverlust von 3,2 Prozent auf nunmehr 2,78 Milliarden Euro führte. Auch das bessere Ebita fiel um sieben Prozent auf 160 Millionen Euro - Ergebnisse, die etwas hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieben.
Zudem ist der Konzern weiterhin in Erwägung, eigene Aktien zurückzukaufen, um die im Juni angekündigte Übernahme von Sky Deutschland zu finanzieren. Die initiale Kaufsumme für Sky Deutschland beläuft sich auf 150 Millionen Euro in bar, mit der Möglichkeit, je nach Aktienkurs von RTL, weitere Zahlungen bis zu 377 Millionen Euro in Form von eigenen Aktien vorzunehmen. Seit Bekanntgabe dieser Expansionspläne konnte RTL an der Börse rund acht Prozent zulegen, wodurch der Marktwert auf stolze 5,3 Milliarden Euro anstieg - ein Vorteil vor allem für den Mehrheitseigner Bertelsmann, der über drei Viertel der RTL-Aktien hält.

