Rom im Protestfieber: Vielstimmiger Unmut nach Flottillen-Stopp
In Italiens Metropole Rom brodelt die Stimmung: Die Proteste gegen die Blockade der Gaza-Hilfsflotte durch Israel reißen nicht ab. Hunderttausende versammelten sich zu einer riesigen Demonstration, so zumindest berichten es die Veranstalter. Offizielle Zahlen bleiben jedoch aus. Seit die israelische Marine die Flotte stoppte, kommt es landesweit zu täglichen Protesten.
Vom Startpunkt an der Porta San Paolo zog der Marsch, gespickt mit palästinensischen Flaggen und lauten Parolen wie 'Free Palestine', vorbei am Kolosseum bis zur Porta San Giovanni. Dabei ertüchtigten sich die Teilnehmer auch am Schwenken kontroverser Fahnen der Hamas und Hisbollah, wie die Nachrichtenagentur Ansa bemerkte.
Am Rande der Veranstaltung kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Vermummten und der Polizei. Wasserwerfer und Tränengas kamen ebenso zum Einsatz wie Rauchbomben und in Brand gesteckte Autos. Sieben Demonstranten wurden festgenommen.
Der Protest am Freitag erhielt zusätzlichen Schwung durch einen Generalstreik der Gewerkschaften. Dabei konturierten sich erhebliche Diskrepanzen in den Teilnehmerangaben: Zwischen den über zwei Millionen laut Organisatoren und den 400.000 laut Innenministerium klafft eine beachtliche Lücke.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Beteiligung der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg. Gemeinsam mit über 400 Crew-Mitgliedern der Global Sumud Flotilla, die Israel abfing, wurde sie vorübergehend inhaftiert und später in die Türkei abgeschoben. Ihr Ziel war es, Hilfsgüter direkt in den Gazastreifen zu liefern. Israel jedoch bot eine alternative Abwicklungsroute über andere Häfen an, was von den Aktivisten aufgrund der als völkerrechtswidrig angesehenen Blockade entschieden abgelehnt wurde.

